Der Tod eines Hauptverdieners kann Angehörige nicht nur emotional, sondern auch finanziell stark belasten. Kredite für Haus oder Wohnung, laufende Lebenshaltungskosten oder die Ausbildung der Kinder müssen weiter bezahlt werden. Eine Risikolebensversicherung sorgt in diesem Fall für finanzielle Stabilität, indem sie im Todesfall eine fest vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen auszahlt. Sie zählt damit zu den zentralen Absicherungen für Familien, Paare mit gemeinsamen Verpflichtungen und Personen mit finanziellen Verantwortungen. In diesem Artikel erfahren Sie, wann eine Risikolebensversicherung sinnvoll ist, wie sich die passende Versicherungssumme berechnen lässt und welche Kriterien bei der Tarifwahl eine Rolle spielen.
Was ist eine Risikolebensversicherung?
Eine Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall des Versicherten innerhalb einer festgelegten Laufzeit (üblicherweise 10, 15 oder 20 Jahre) eine Todesfallleistung an die Begünstigten aus. Nach Ablauf der Laufzeit kann der Versicherungsnehmer die Versicherung entweder verlängern, in eine Kapitallebensversicherung umwandeln oder sie auslaufen lassen.
Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung hat die Risikolebensversicherung keinen Rückkaufswert und ist in der Regel günstiger. Kenntnisse über die verschiedenen Arten von Risikolebensversicherungen und deren Vor- und Nachteile helfen Ihnen, die passende Versicherung für Ihre Bedürfnisse zu finden.

So funktioniert eine Risikolebensversicherung
Beim Abschluss einer Risikolebensversicherung berechnet die Versicherung die Prämie anhand der Versicherungssumme (der Auszahlungssumme) und Faktoren wie Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand. Weitere Einflussfaktoren sind die Betriebskosten des Versicherers, seine Kapitalerträge und die Sterblichkeitsraten in den jeweiligen Altersgruppen.
In manchen Fällen ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Die Versicherung kann außerdem Fragen zu Ihrem Führerschein, Ihrer aktuellen Medikamenteneinnahme, Ihrem Raucherstatus, Ihrem Beruf, Ihren Hobbys, Ihrer Familiengeschichte und ähnlichen Informationen stellen.
Wenn Sie während der Vertragslaufzeit versterben, zahlt der Versicherer die Versicherungssumme an Ihre Begünstigten aus. Diese Geldleistung – die in der Regel steuerfrei ist – kann von den Begünstigten zur Begleichung Ihrer Gesundheits- und Bestattungskosten, Konsumschulden, Hypothekenschulden und anderer Ausgaben verwendet werden.
Die Begünstigten sind jedoch nicht verpflichtet, die Versicherungsleistung zur Begleichung der Schulden des Verstorbenen zu verwenden.
Es erfolgt keine Auszahlung, wenn die Versicherung vor Ihrem Tod abläuft oder Sie die Laufzeit der Versicherung überleben. Sie können eine befristete Versicherung nach Ablauf der Laufzeit unter Umständen verlängern, die Prämien werden jedoch auf Grundlage Ihres Alters zum Zeitpunkt der Verlängerung neu berechnet.
Zielgruppen der Risikolebensversicherung
In vielen Familien übernimmt nach der Geburt eines Kindes zunächst ein Elternteil die Betreuung, während der andere das Haupteinkommen erzielt. Der berufliche Wiedereinstieg erfolgt häufig in Teilzeit. Verstirbt der Hauptverdiener unerwartet, geraten die Hinterbliebenen schnell in eine finanzielle Notlage. Diese Situation verschärft sich dadurch, dass immer mehr Paare ohne Trauschein zusammenleben und damit keinen Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente haben.
Die staatliche Absicherung reicht in solchen Fällen meist nicht aus. Die Höhe von Witwen- und Waisenrenten hängt von Dauer und Umfang der bisherigen Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung ab. Gerade junge Familien verfügen hier oft nur über geringe Ansprüche. Fällt der Hauptverdiener weg, bleibt daher häufig eine erhebliche Versorgungslücke. Für diesen Personenkreis ist es daher sinnvoll, sich frühzeitig mit der finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen zu befassen und eine Risikolebensversicherung in Betracht zu ziehen.
Typische Zielgruppen sind:
- Familien und Paare mit einem Hauptverdiener
- Familien und Paare mit laufender Immobilienfinanzierung zur Absicherung von Krediten
- Personen, die Geschäftspartner, Eltern oder andere nahestehende Menschen für den Todesfall finanziell absichern möchten

Arten von Risikolebensversicherungen
Es gibt verschiedene Arten von Risikolebensversicherungen. Die beste Option hängt von Ihren individuellen Umständen ab. Die meisten Versicherungen bieten Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren an, einige wenige auch 35 oder 40 Jahre.
Risikolebensversicherung mit gleichbleibender Prämie
Bei einer Risikolebensversicherung mit gleichbleibender Prämie bleibt die monatliche Prämie über die gesamte Laufzeit gleich. Die meisten Risikolebensversicherungen haben eine gleichbleibende Prämie, und diese Art von Versicherung haben wir in diesem Artikel hauptsächlich erwähnt. Wie bereits erwähnt, bietet diese Art von Versicherung in der Regel Schutz für einen Zeitraum von 10 bis 30 Jahren. Die Todesfallleistung ist ebenfalls festgelegt.
Da Versicherungsmathematiker die steigenden Kosten der Versicherung während der Laufzeit berücksichtigen müssen, ist die Prämie bei einer Risikolebensversicherung mit gleichbleibender Prämie vergleichsweise höher als bei einer jährlich verlängerbaren Risikolebensversicherung.
Jährlich verlängerbare Risikolebensversicherung (JV)
Jährlich verlängerbare Risikolebensversicherungen (JV) sind einjährige Policen, die jedes Jahr ohne erneuten Nachweis der Versicherungsfähigkeit verlängert werden können.
Die Prämien steigen mit dem Alter des Versicherten von Jahr zu Jahr. Daher können sie mit zunehmendem Alter des Versicherungsnehmers sehr teuer werden. Für jemanden, der nur vorübergehend Versicherungsschutz benötigt, können sie jedoch eine gute Option sein.
Abnehmende Risikolebensversicherung
Diese Policen bieten eine Todesfallleistung, die jährlich gemäß einem festgelegten Zeitplan sinkt. Der Versicherungsnehmer zahlt während der gesamten Laufzeit der Police eine feste Prämie.
Abnehmende Risikolebensversicherungen werden häufig in Verbindung mit einer Hypothek genutzt, wobei die Versicherungsleistung der sinkenden Restschuld des Immobiliendarlehens entspricht.
Der Risikolebensversicherungs-Vergleich
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| Tarif | HUK24 Classic | WGV Basis | HUK-Coburg Classic | Cosmos Direkt Basis-Schutz |
| Preis |
8,1/10
Sehr niedrig
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7.3/10
Sehr niedrig
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5,9/10
Moderat
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5,3/10
Moderat
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| Vorgezogene Todesfallleistung | X | X | X | ✓ |
| Nachversicherungsgarantie | nicht eingeschlossen | nicht eingeschlossen | nicht eingeschlossen | nicht eingeschlossen |
| Weitere Leistungen | nicht eingeschlossen | nicht eingeschlossen | nicht eingeschlossen | nicht eingeschlossen |
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| Tarif | Europa Basis (E-RL | DELA aktiv Leben | Nürnberger Basis | ERGO Grundschutz |
| Preis |
5,2/10
Moderat
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5,1/10
Moderat
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4.6/10
Moderat
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4.2/10
Moderat
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| Vorgezogene Todesfallleistung | ✓ | X | X | X |
| Nachversicherungsgarantie | 3 Jahre | nicht eingeschlossen | 3 Jahre | nicht eingeschlossen |
| Weitere Leistungen | Sofortleistung bei Tod | Psychologische Erstbetreuung im Leistungsfall | keine | keine |
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| Tarif | Dialog RISK-vario Basic | DLV RLV Basis | Hannoversche Basis | Hannoversche Basis |
Neue Leben Risikoversicherung |
| Preis |
3,9/10
Hoch
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3,7/10
Hoch
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3,4/10
Hoch
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1.5/10
Hoch
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0.6/10
Hoch
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| Vorgezogene Todesfallleistung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Nachversicherungsgarantie | 5 Jahre | 5 Jahre | 3 Jahre | 3 Jahre | nicht eingeschlossen |
| Weitere Leistungen | keine | keine | keine | Wechselmöglichkeit in den Nichtrauchertarif | keine |
Was kostet eine Risikolebensversicherung?
Die Kosten einer Risikolebensversicherung richten sich zunächst nach zwei grundlegenden Faktoren: der gewählten Versicherungssumme und der Laufzeit des Vertrags. Je höher die Absicherung und je länger der Zeitraum, desto höher fällt der Beitrag aus.
Darüber hinaus spielen persönliche Risikomerkmale eine entscheidende Rolle. Versicherer schätzen individuell ein, wie hoch das Risiko eines Todesfalls während der Vertragsdauer ist. Diese Einschätzung wirkt sich direkt auf den Preis aus.
Zu den beitragsrelevanten Merkmalen zählen unter anderem:
- das Alter
- der Gesundheitszustand
- Raucher- oder Nichtraucherstatus
- körperliche Belastung im Beruf
- risikoreiche Freizeitaktivitäten wie Motorradfahren oder Tauchen
- Über- oder Untergewicht
Dabei bewertet jeder Anbieter diese Faktoren nach eigenen Maßstäben. Deshalb kann es vorkommen, dass zwei Versicherer für identische Vertragsdaten sehr unterschiedliche Beiträge verlangen. In einer Finanztip-Untersuchung lag der teuerste Tarif in einzelnen Fällen fast dreimal so hoch wie der günstigste – selbst bei Personen ohne gesundheitliche Einschränkungen.
Ein Preisvergleich kann daher helfen, ein passendes Angebot zu finden. Das funktioniert in der Regel gut, wenn keine größeren gesundheitlichen Vorerkrankungen vorliegen. Aus diesem Grund beziehen sich die Finanztip-Empfehlungen gezielt auf gesundheitlich unauffällige Antragsteller.
Welche Arten von Risikolebensversicherungen gibt es für Paare?
Paare können sich auf zwei grundlegende Arten gegenseitig absichern:
- zwei getrennte Einzelverträge
- Über-Kreuz-Verträge
Variante 1: Zwei separate Verträge
Jede Person schließt einen eigenen Vertrag auf das eigene Leben ab. Die andere Person wird als bezugsberechtigt eingetragen. Stirbt eine der versicherten Personen, erhält der Partner die vereinbarte Summe. Je nach Höhe der Auszahlung kann dabei Erbschaftsteuer anfallen.
Variante 2: Über-Kreuz-Verträge
Hier schließt jede Person einen Vertrag ab, der jedoch auf das Leben des Partners lautet. Die Person, die den Vertrag abgeschlossen hat, ist zugleich die begünstigte Person. Stirbt der Partner, wird die Leistung aus dem eigenen Vertrag ausgezahlt. Da es sich nicht um eine Erbschaft handelt, fällt keine Erbschaftsteuer an.
Diese Konstruktion eignet sich besonders für unverheiratete Paare oder für Konstellationen, bei denen steuerliche Aspekte eine Rolle spielen.

Steuerliche Nachteile für unverheiratete Paare vermeiden
Familien ohne Trauschein sind heute weit verbreitet – unabhängig davon, ob gemeinsames Eigentum besteht oder nicht. Wird eine Risikolebensversicherung jedoch ungünstig gestaltet, kann im Todesfall eine erhebliche Steuerbelastung entstehen.
Bei verheirateten Paaren führt die klassische Vertragskonstellation meist zu keinen steuerlichen Folgen: Person A schließt den Vertrag ab, zahlt die Beiträge und ist versicherte Person, während Person B als begünstigte Person eingetragen ist. Für Ehegatten gilt ein Freibetrag von 500.000 Euro, der in vielen Fällen nicht ausgeschöpft wird – vor allem dann nicht, wenn Kinder ebenfalls erbberechtigt sind.
Für unverheiratete Paare gelten deutlich niedrigere Grenzen. Der steuerliche Freibetrag liegt hier bei lediglich 20.000 Euro. Übersteigt die Auszahlung diesen Betrag, wird der darüberliegende Teil bis zu einer Summe von sechs Millionen Euro mit 30 Prozent Erbschaftsteuer belastet. Ab einem Betrag von mehr als sechs Millionen Euro steigt der Steuersatz sogar auf 50 Prozent.
Gerade für unverheiratete Paare ist daher eine sorgfältige Vertragsgestaltung entscheidend, um hohe steuerliche Abzüge zu vermeiden.
Erhält der hinterbliebene Partner beispielsweise eine Versicherungssumme von 140.000 Euro, bleiben nach Abzug des Freibetrags von 20.000 Euro 120.000 Euro steuerpflichtig. Auf diesen Betrag fallen 30 Prozent Erbschaftsteuer an, also 36.000 Euro. Dadurch entsteht eine spürbare finanzielle Lücke.
Diese Belastung lässt sich vergleichsweise einfach vermeiden: Person B schließt die Risikolebensversicherung ab, zahlt die Beiträge selbst und ist zugleich als begünstigte Person eingetragen. Person A ist lediglich die versicherte Person. Da die Auszahlung aus einem Vertrag erfolgt, den B mit eigenen Mitteln finanziert hat, entsteht keine Erbschaftsteuer. Auf diese Weise steht dem verbleibenden Partner die vereinbarte Versicherungssumme in voller Höhe zur Verfügung.
Wie hoch sollte Die Versicherungssumme sein?
Faustregel: Die Versicherungssumme sollte etwa dem Drei- bis Fünffachen des jährlichen Bruttoeinkommens entsprechen. Wo genau innerhalb dieser Spanne der passende Betrag liegt, hängt davon ab, ob Kinder vorhanden sind und welchen Anteil das eigene Einkommen am Haushaltseinkommen hat.
| Bruttojahresgehalt der Hauptverdienerin | Empfohlene Versicherungssumme |
|---|---|
| 30.000 € | 90.000 € – 150.000 € |
| 50.000 € | 150.000 € – 250.000 € |
| 70.000 € | 210.000 € – 350.000 € |
Wenn Du mit demselben Vertrag auch eine Immobilie absicherst, wird die noch offene Kreditsumme in die Berechnung der Versicherungssumme einbezogen.
Steht die finanzielle Absicherung Deiner Familie im Vordergrund, empfiehlt sich eine gleichbleibende Versicherungssumme. Diese bleibt während der gesamten Laufzeit unverändert und bietet Planungssicherheit.
Geht es ausschließlich um einen Immobilienkredit, kann sich die Versicherungssumme an der Höhe der Darlehensschuld orientieren. Dafür kommen zwei Varianten infrage:
- linear fallende Versicherungssumme
- annuitätisch fallende Versicherungssumme
Bei der linear fallenden Variante sinkt die Versicherungssumme jedes Jahr um einen festen Betrag. Dieser kann sich zum Beispiel an der jährlichen Kredittilgung orientieren.
Die annuitätisch fallende Versicherungssumme folgt dem tatsächlichen Verlauf der Restschuld. Dabei wird nur der Tilgungsanteil berücksichtigt, nicht der Zinsanteil der Kreditrate. Dadurch verringert sich die Versicherungssumme langsamer und näher am realen Finanzierungsbedarf.
Beide Modelle mit sinkender Versicherungssumme sind preiswerter als eine gleichbleibende Absicherung, da sich die versicherte Leistung im Zeitverlauf reduziert.
Auch bei Verträgen mit konstanter Versicherungssumme ist eine Anpassung nach unten möglich. Eine Reduzierung kann jederzeit vorgenommen werden und führt zu niedrigeren Beiträgen. Das bietet sich etwa an, wenn sich die finanzielle Situation ändert, etwa durch eine Erbschaft oder den Berufseinstieg eines Kindes.
Zusätzliche Leistungen sollten berücksichtigt werden.
Der grundlegende Zweck einer Risikolebensversicherung ist bei allen Anbietern identisch: Stirbt die versicherte Person während der Laufzeit, wird die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt. Dieser Kernschutz unterscheidet sich weder im Basis- noch im Premium-Tarif.
Viele Versicherer ergänzen ihre Basistarife jedoch durch erweiterte Tarifvarianten, die bestimmte Zusatzfunktionen enthalten. Dazu zählen etwa eine Nachversicherung ohne konkreten Anlass, Leistungen bei schwerer Erkrankung oder die Möglichkeit, den Vertrag später zu verlängern.
Nachversicherung ohne konkreten Anlass
In Basistarifen kann die Versicherungssumme meist nur bei klar definierten Lebensereignissen erhöht werden, etwa bei Heirat oder der Geburt eines Kindes. Einige Tarife erlauben darüber hinaus eine Anpassung der Summe bis zu einem bestimmten Alter, auch ohne einen solchen Anlass. Da diese Ereignisse in der Praxis meist ausreichend sind, besteht nur selten ein Bedarf an weiteren Erhöhungen.
Leistung bei schwerer Erkrankung
Bei manchen Tarifen wird die Versicherungssumme bereits ausgezahlt, wenn eine lebensbedrohliche Erkrankung vorliegt und ärztlich davon ausgegangen wird, dass der Tod innerhalb eines Jahres eintritt. Diese Zahlung kann persönliche Wünsche erfüllen, entspricht jedoch nicht dem eigentlichen Zweck der Absicherung, die in erster Linie der finanziellen Sicherheit von Familie oder der Rückzahlung eines Kredits dient.
Option zur Vertragsverlängerung
Einige Versicherungen bieten die Möglichkeit, die Laufzeit ohne erneute Gesundheitsprüfung zu verlängern. Das kann hilfreich sein, wenn sich die Lebenssituation verändert. In vielen Fällen lässt sich der benötigte Zeitraum jedoch bereits zu Vertragsbeginn gut einschätzen, etwa bis ein Darlehen getilgt ist oder Kinder finanziell selbstständig sind.
Vorschuss im Todesfall
Bestimmte Anbieter zahlen kurz nach dem Todesfall einen Teil der Versicherungssumme vorab aus, häufig bis zu 10.000 Euro. Falls unmittelbar finanzielle Mittel benötigt werden, kann alternativ auch ein kurzfristiger Kredit überbrückt werden, der nach der regulären Auszahlung zurückgeführt wird. Sinnvoll ist es ohnehin, eine finanzielle Reserve für unvorhergesehene Situationen vorzuhalten.

Vergleich von Risikolebensversicherung und Kapitallebensversicherung
Die Hauptunterschiede zwischen einer Risikolebensversicherung und einer Kapitallebensversicherung (wie z. B. einer Lebensversicherung auf den Todesfall oder einer fondsgebundenen Lebensversicherung) liegen in der Laufzeit, dem angesammelten Rückkaufswert und den Kosten. Die richtige Wahl hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Hier sind einige Punkte, die Sie beachten sollten:
Beitragskosten
Risikolebensversicherungen sind ideal für alle, die einen hohen Versicherungsschutz zu niedrigen Kosten wünschen.
Personen mit einer Kapitallebensversicherung zahlen höhere Beiträge für einen geringeren Versicherungsschutz, haben aber die Sicherheit, lebenslang abgesichert zu sein.
Bei einer Risikolebensversicherung zahlen die Versicherten Beiträge über einen längeren Zeitraum, erhalten aber keine Leistung, es sei denn, sie versterben vor Ablauf der Laufzeit. Zudem steigen die Beiträge für Risikolebensversicherungen mit dem Alter.
Verfügbarkeit des Versicherungsschutzes
Sofern eine Risikolebensversicherung nicht garantiert verlängerbar ist, kann der Versicherer die Verlängerung am Ende der Laufzeit ablehnen, wenn der Versicherungsnehmer schwer erkrankt. Eine Kapitallebensversicherung bietet lebenslangen Versicherungsschutz, solange die Beiträge gezahlt werden, unabhängig vom Gesundheitszustand des Versicherten.
Anlagewert
Manche Kunden bevorzugen eine Kapitallebensversicherung, da diese Policen in der Regel eine Anlage- oder Sparfunktion beinhalten. Ein Teil jeder Prämienzahlung fließt in den Rückkaufswert, der üblicherweise während der Laufzeit der Police anwächst. Einige Tarife zahlen Dividenden, die entweder bar ausgezahlt oder im Policenkonto belassen werden können.
Im Laufe der Zeit kann der Rückkaufswert so hoch anwachsen, dass er die Prämien der Police deckt. Zudem bieten sich verschiedene steuerliche Vorteile, wie beispielsweise steuerbegünstigtes Wachstum des Rückkaufswerts und steuerfreier Zugriff auf den Baranteil.
Finanzberater weisen jedoch darauf hin, dass die Wachstumsrate einer Police mit Rückkaufswert im Vergleich zu anderen Finanzinstrumenten wie Investmentfonds und ETFs oft gering ist.
Auch erhebliche Verwaltungsgebühren schmälern häufig die Rendite. Daher kommt der Spruch: „Befristet versichern und die Differenz anlegen.“ Die Wertentwicklung einer Kapitallebensversicherung kann jedoch stabil sein, und sie bietet Steuervorteile, insbesondere in volatilen Aktienmärkten.
Weitere Faktoren
Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, ob eine befristete oder eine lebenslange Lebensversicherung die richtige Wahl ist. Zu den weiteren zu berücksichtigenden Faktoren gehören:
- Ist die Rendite der Anlagen ausreichend attraktiv? Beinhaltet die lebenslange Versicherung eine Darlehensoption und andere Merkmale, die es Ihnen ermöglichen, zu Lebzeiten auf den
- Rückkaufswert zuzugreifen? Besitzt der Versicherungsnehmer ein Unternehmen oder plant er, eines zu gründen, das Versicherungsschutz benötigt? Kann die Lebensversicherung zur
- Steueroptimierung eines größeren Vermögens beitragen?
Die Risikolebensversicherung zählt zu den wichtigsten Vorsorgelösungen, wenn finanzielle Verpflichtungen bestehen oder Angehörige abgesichert werden sollen. Ob Familie, Partner oder Immobilienfinanzierung – im Todesfall sorgt sie für planbare finanzielle Stabilität. Entscheidend sind eine realistisch gewählte Versicherungssumme, eine passende Laufzeit sowie eine Vertragsgestaltung, die zur persönlichen Lebenssituation passt. Wer diese Punkte sorgfältig prüft und Tarife vergleicht, schafft eine verlässliche Grundlage für den Schutz der Menschen, die ihm nahestehen.
Häufig gestellte Fragen
Für wen ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll?
Eine Risikolebensversicherung bietet finanziellen Schutz für Angehörige oder zur Absicherung einer Baufinanzierung und ist meist mit überschaubaren Beiträgen verbunden. Die Tarife unterscheiden sich jedoch im Detail. So schließen einige Anbieter bestimmte Risiken, etwa aus Extremsportarten, aus oder verlangen dafür höhere Beiträge. Daher empfiehlt es sich, vor Vertragsabschluss die Bedingungen sorgfältig zu prüfen und mehrere Angebote gegenüberzustellen.
Ist eine Gesundheitsprüfung verpflichtend?
Beim Abschluss einer Risikolebensversicherung gehört eine Gesundheitsprüfung grundsätzlich dazu. Die Fragen zum Gesundheitszustand müssen vollständig und korrekt beantwortet werden. Unzutreffende Angaben gelten als Verstoß gegen die vorvertragliche Anzeigepflicht und können dazu führen, dass der Versicherer im Leistungsfall nicht zahlt und der Schutz entfällt.
Was bedeutet vorgezogene Todesfallleistung?
Üblicherweise erfolgt die Auszahlung der Versicherungssumme erst nach dem Tod der versicherten Person an die begünstigten Personen. Einige Tarife sehen jedoch eine vorgezogene Leistung vor. In diesem Fall kann die Versicherungssumme bereits zu Lebzeiten ausgezahlt werden, wenn eine schwere, unheilbare Erkrankung vorliegt und eine begrenzte Lebenserwartung besteht. Das Geld kann dann etwa für medizinische Behandlungen, Pflege oder andere notwendige Ausgaben genutzt werden.
Bekommt man am Ende einer Risikolebensversicherung sein Geld zurück?
Wenn Sie bei Ablauf der Laufzeit noch leben, erhalten Sie keine Auszahlung aus Ihrer Risikolebensversicherung. Die Todesfallleistung wird nur im Todesfall an Ihre Begünstigten ausgezahlt. Deshalb ist eine Risikolebensversicherung relativ günstig. Die meisten Menschen überleben die Laufzeit ihrer Risikolebensversicherung.
Können Senioren eine Risikolebensversicherung abschließen?
Das hängt vom Alter ab. Versicherungsunternehmen legen eine Altersgrenze für Risikolebensversicherungen fest. Diese liegt üblicherweise zwischen 80 und 90 Jahren, kann aber je nach Unternehmen höher oder niedriger sein. Die Prämie steigt mit dem Alter, sodass eine 60- oder 70-jährige Person deutlich mehr zahlt als jemand, der Jahrzehnte jünger ist.
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