Die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt – besonders diejenigen, die bereits gesundheitliche Probleme hatten oder derzeit haben. Berufsunfähigkeit kann jeden treffen – ob durch Krankheit, Unfall oder chronische Beschwerden – und der Verlust des Einkommens stellt eine große finanzielle Belastung dar. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet finanzielle Absicherung, wenn Du Deinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kannst.
Viele Menschen glauben, dass Vorerkrankungen den Abschluss einer solchen Versicherung unmöglich machen. Diese Vorstellung ist allerdings oft falsch. Es gibt Wege, auch mit gesundheitlichen Risiken eine BU abzuschließen – und dieses Thema behandeln wir im folgenden Text ausführlich.
Was bedeutet „Berufsunfähigkeitsversicherung“?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine private Absicherung, die eine monatliche Rente zahlt, wenn du aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr in deinem Beruf tätig sein kannst. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein: körperliche Erkrankungen, psychische Belastungen, Unfälle oder ein allmählicher Kräfteverfall im Laufe der Zeit. Für viele Menschen gehört diese Form der Absicherung zu den wichtigsten Vorsorgemöglichkeiten, weil die staatliche Erwerbsminderungsrente in der Regel nicht ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten.

Für bestimmte Personengruppen, etwa Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden oder chronischen Erkrankungen, spielt die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen eine besonders wichtige Rolle. Hier geht es darum, trotz vorhandener Gesundheitsrisiken eine passende Absicherung zu finden, die auch im Ernstfall leistet und finanzielle Stabilität gewährt, wenn das Einkommen wegbricht.
Warum ist diese Absicherung wichtig?
Die Bedeutung einer Berufsunfähigkeitsversicherung zeigt sich vor allem dann, wenn das eigene Einkommen aufgrund gesundheitlicher Probleme wegfällt. Ein Blick auf die Realität macht klar, dass das Risiko nicht zu unterschätzen ist: Viele Menschen werden im Laufe ihres Lebens berufsunfähig, und zwar aus unterschiedlichsten Gründen – von chronischen Erkrankungen über psychische Belastungsstörungen bis hin zu schweren Unfällen.
Weitere Gründe sprechen für eine private Absicherung:
- Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht selten aus: Sie dient lediglich zur Grundabsicherung und deckt meist nicht einmal die laufenden Lebenshaltungskosten.
- Berufsunfähigkeit ist keine Ausnahme: Statistisch betrifft sie nicht nur körperlich anspruchsvolle Berufe, sondern auch Tätigkeiten im Büro oder akademische Laufbahnen, da psychische Erkrankungen in den letzten Jahren stark zugenommen haben.
- Finanzielle Stabilität im Ernstfall: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung stellt sicher, dass du trotz gesundheitlicher Einschränkungen deine regelmäßigen Ausgaben decken kannst, etwa Miete, Lebensmittel, Versicherungen oder Studienkredite.
Für Antragsteller mit gesundheitlicher Vorgeschichte stellt sich oft die Frage, wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen bewertet wird. In solchen Fällen prüfen Versicherer genauer, welche Art der Vorerkrankung vorliegt, wie lange sie zurückliegt und wie hoch das Risiko eines zukünftigen Ausfalls eingeschätzt wird. Das kann zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen bestimmter Erkrankungen führen, muss jedoch nicht zwingend bedeuten, dass eine Absicherung ausgeschlossen ist.
Gerade bei Vorerkrankungen lohnt sich eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Thema, denn je jünger und gesünder der Antragsteller, desto einfacher ist der Abschluss. Der frühe Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung kann späteren Problemen vorbeugen und gibt Sicherheit für die Zukunft.

Welche Auswirkungen können Vorerkrankungen haben?
Je nach Art, Schweregrad und Verlauf einer Vorerkrankung gibt es unterschiedliche Reaktionen seitens der Versicherung. Im Wesentlichen sind drei Varianten verbreitet:
Annahme mit Risikozuschlag
In diesem Fall erhält der Antragsteller die Berufsunfähigkeitsversicherung, zahlt jedoch einen Aufpreis. Dieser Risikozuschlag orientiert sich an der jeweiligen Vorerkrankung und erhöht den Beitrag um einen bestimmten Prozentsatz. Das ist insbesondere dann üblich, wenn die Beschwerden eine mittlere Risikoeinschätzung auslösen, aber kein vollständiges Ausschlusskriterium darstellen.
Annahme mit Leistungsausschluss
Hier wird die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen zwar abgeschlossen, bestimmte Krankheiten oder betroffene Körperregionen werden aber für den Leistungsfall ausgeschlossen. Das bedeutet: Tritt die Berufsunfähigkeit aufgrund der ausgeschlossenen Vorerkrankung ein, besteht kein Anspruch auf die Rente. Entsteht die Berufsunfähigkeit jedoch aus einem anderen Grund, gilt der Versicherungsschutz wie vereinbart. Diese Variante betrifft häufig Beschwerden, die statistisch eine hohe Wahrscheinlichkeit für Folgeprobleme aufweisen.

Ablehnung des Antrags
Bei bestimmten Vorerkrankungen kann das Risiko für den Versicherer so hoch sein, dass kein Vertrag angeboten wird. Das betrifft beispielsweise schwere chronische Erkrankungen oder Krankheitsbilder, die erfahrungsgemäß oft zu Einschränkungen im Arbeitsleben führen. In solchen Fällen bleibt dem Antragsteller meist nur der Vergleich mit anderen Gesellschaften oder die Prüfung alternativer Produkte, etwa Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen.
Häufige Vorerkrankungen und ihre Bedeutung für die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen
Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen spielt die Gesundheitsgeschichte eine große Rolle. Versicherer teilen ärztliche Diagnosen grob in verschiedene Gruppen ein: Beschwerden, die kaum Einfluss auf den Vertrag haben, Erkrankungen, bei denen Unterlagen nachgereicht werden müssen, und schwere Krankheiten, die oft zu Einschränkungen oder zur Ablehnung führen. Die folgende Übersicht gibt eine Orientierung, welche Vorerkrankungen typischerweise wie eingestuft werden.
Vorerkrankungen, die meist unkritisch sind
Einige gesundheitliche Beeinträchtigungen gelten aus Sicht vieler Gesellschaften als eher harmlos. Sie tauchen zwar im Fragebogen auf, führen aber in vielen Fällen weder zu Ausschlüssen noch zu starken Beitragszuschlägen, solange sie gut behandelt sind und keine Folgeschäden hinterlassen haben.
Dazu zählen zum Beispiel:
- leichte, gelegentliche Migräne
- Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) ohne weitergehende Augenerkrankungen
- abgeheilte Blinddarmoperation
- Knochenbrüche, die ohne Komplikationen verheilt sind und bereits seit 6 bis 36 Monaten zurückliegen (je nach Art der Fraktur)
Bei diesen Diagnosen wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen häufig zu normalen Konditionen angeboten, sofern aus ärztlicher Sicht keine dauerhaften Einschränkungen bestehen.
Vorerkrankungen, bei denen ein Arztbericht notwendig ist
Es gibt Krankheitsbilder, bei denen Versicherer genauere Informationen über Verlauf, Behandlung und Prognose benötigen. In solchen Fällen fordert das Unternehmen häufig einen Bericht der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes an. Dieser Bericht hilft dabei, das Risiko realistisch einzuschätzen.
Typische Beispiele:
- chronische Darmentzündungen, etwa Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- ausgeprägtes Übergewicht (Adipositas)
- wiederkehrende Herpes-Infektionen
- Erkrankungen der Leber
- Morbus Menière oder andere Störungen des Gleichgewichtssinns
Je nach Schweregrad kann die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen hier mit einem moderaten Zuschlag oder einzelnen Ausschlüssen verbunden sein. In weniger problematischen Fällen ist auch eine normale Annahme möglich.

Vorerkrankungen mit zusätzlichem Fragebogen
Neben Arztberichten kommen spezielle Fragebögen zum Einsatz, wenn eine Erkrankung ein breites Spektrum an Ausprägungen haben kann. Der Fragebogen dient dazu, Häufigkeit, Intensität und Behandlung besser einzuordnen.
Dazu zählen unter anderem:
- Akne, insbesondere bei starken Verläufen
- Allergien, etwa gegen Pollen oder Nahrungsmittel
- Asthma bronchiale
- Angststörungen oder andere psychische Belastungen
- Bänderrisse und wiederholte Gelenkverletzungen
- Epilepsie
Der ausgefüllte Fragebogen entscheidet darüber, ob die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen normal angenommen, mit Zuschlag angeboten oder mit einem Teilausschluss versehen wird. Gerade bei psychischen Diagnosen schauen Versicherer sehr genau hin, wie lange Beschwerden bereits bestehen und ob Behandlungen erfolgreich waren.
Vorerkrankungen mit hoher Ablehnungswahrscheinlichkeit
Bestimmte Krankheiten gelten als so risikoreich, dass ein regulärer Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen oft nicht möglich ist. Das liegt daran, dass die Wahrscheinlichkeit einer späteren Berufsunfähigkeit in diesen Fällen statistisch sehr hoch ist.
Dazu gehören typischerweise:
- HIV-/AIDS-Erkrankungen
- Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit
- Krebserkrankungen, vor allem bei unklarer oder ungünstiger Prognose
- Aneurysmen
- Diabetes mit Komplikationen oder stark eingeschränkter Stoffwechsellage
In solchen Situationen lehnen viele Versicherer den Antrag ab oder stellen nur sehr eingeschränkte Angebote in Aussicht. Betroffene sollten sich dann beraten lassen, ob alternative Absicherungsformen – etwa Grundfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung – in Frage kommen.
Gesundheitsprüfung bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen: Worauf sollten Antragsteller achten?
Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen abschließen möchte, muss vor Vertragsbeginn eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Dabei erfragen Versicherer detaillierte Informationen zum bisherigen Gesundheitsverlauf, zu Behandlungen und zu bestehenden Beschwerden. Die Prüfung dient dazu, das individuelle Risiko einzuschätzen und zu bewerten, wie wahrscheinlich ein Leistungsfall ist. Gerade für Personen mit bekannten Vorerkrankungen lohnt es sich, gut vorbereitet zu sein.
Im Folgenden sind zentrale Punkte aufgeführt, die in der Praxis häufig eine Rolle spielen:
Ausführliche Gesundheitsfragen
Versicherer stellen umfangreiche Fragen zum aktuellen Gesundheitszustand und zu Vorbelastungen. Dazu zählen Angaben zu Größe und Gewicht, operative Eingriffe, therapeutische Maßnahmen bei Ärzten, Psychologen oder Physiotherapeuten sowie frühere Erkrankungen. Diese Informationen bilden die Grundlage für die Entscheidung über Annahme, Ausschluss oder Zuschlag.
Besondere Beachtung chronischer Krankheiten
Bei dauerhaften Beschwerden – etwa Asthma, Rheuma oder entzündlichen Darmerkrankungen – kann ein Versicherer zusätzliche medizinische Unterlagen anfordern. In diesem Zusammenhang ist eine Entbindung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte von der Schweigepflicht üblich. Auf diese Weise können Befunde, Diagnosen oder Therapieberichte in die Risikoprüfung einfließen.
Gesundheitsprüfung als Voraussetzung
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen gibt es in aller Regel nicht. Der Versicherer bewertet auf dieser Basis das Risiko, später eine Rente zahlen zu müssen. Faktoren wie Alter, Beruf, gesundheitliche Vorgeschichte und oftmals auch Einkommen haben Einfluss auf die Beitragshöhe.

Anonyme Voranfrage als sinnvolles Instrument
Gerade bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen kann eine anonyme Voranfrage hilfreich sein. Dabei werden Gesundheitsdaten ohne Namen oder persönliche Identifikationsmerkmale an verschiedene Versicherer übermittelt. Diese geben anschließend Rückmeldungen, ob eine Annahme möglich wäre. Durch dieses Verfahren vermeidet man negative Einträge in internen Antragsdatenbanken und erhält bessere Vergleichsmöglichkeiten.
Wahrheitsgemäße Angaben
Versicherer erwarten vollständige und präzise Antworten auf Gesundheitsfragen. Falsche oder ausgelassene Angaben können weitreichende Folgen haben. Kommt es später zu einem Leistungsfall und werden Unstimmigkeiten entdeckt, kann die Rente verweigert werden. Daher lohnt es sich, Befunde oder Diagnosen vorab zu sammeln, um alles korrekt wiederzugeben.
Einreichen medizinischer Unterlagen
Wer bereits Vorerkrankungen hat, steigert die Erfolgsaussichten häufig durch aussagekräftige Dokumente. Dazu zählen Arztbriefe, Behandlungsnachweise, Entlassungsberichte, Laborwerte oder Gutachten. Diese Unterlagen helfen dem Versicherer, das Risiko realistisch einzuschätzen. Je besser die gesundheitliche Situation nachvollziehbar ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen abgeschlossen werden kann – im Idealfall ohne Ausschlüsse oder hohe Zuschläge.
BU abgelehnt – welche Alternativen bleiben?
Wird ein Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen wegen des gesundheitlichen Risikos zurückgewiesen, bedeutet das nicht, dass gar keine private Absicherung möglich ist. In einem solchen Fall lohnt sich ein Blick auf andere Produkte wie eine Grundfähigkeitsversicherung oder eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Beide Varianten können im Ernstfall eine monatliche Rente zahlen und so die Lücke zwischen staatlicher Grundsicherung und dem bisherigen Lebensstandard verkleinern. Auf diese Weise besteht die Chance, auch bei einer abgelehnten BU den eigenen finanziellen Rahmen im Krankheitsfall zu stabilisieren.

BU-Antrag mit Vorerkrankungen: Ist ein Abschluss trotz bestehender Diagnose möglich?
Wer bereits gesundheitliche Beschwerden hat und sich fragt, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen nachträglich abgeschlossen werden kann, sollte sich zunächst mit den Rahmenbedingungen befassen. Versicherer prüfen jeden Antrag einzeln und berücksichtigen sowohl Art als auch Verlauf der bestehenden Erkrankungen. Daher hängt das Ergebnis stets vom individuellen Fall ab.
Für Personen mit Vorerkrankungen bietet sich häufig eine sogenannte anonyme Voranfrage an. Sie dient dazu zu prüfen, ob ein Versicherer bereit ist, einen Antrag anzunehmen und unter welchen Bedingungen dies erfolgen könnte. Diese Vorgehensweise ist unverbindlich und ermöglicht es, die Chancen realistisch einzuschätzen, ohne einen offiziellen Antrag stellen zu müssen. Erst wenn eine positive Rückmeldung vorliegt, lohnt sich der nächste Schritt.
Der Ablauf gestaltet sich in mehreren Schritten:
- Tarif auswählen: Zunächst entscheidet der Interessent, wie hoch die gewünschte Monatsrente sein soll und für welchen Zeitraum diese gelten soll.
- Gesundheitsfragebogen ausfüllen: Anschließend werden die relevanten Gesundheitsfragen beantwortet. Da der Prozess anonym erfolgt, bleibt die Identität unberührt.
- Prüfung durch Versicherer: Nach Übermittlung der Daten prüfen die Anbieter die Angaben und teilen mit, ob ein Vertragsabschluss möglich ist und ob Zuschläge oder Ausschlüsse erforderlich wären.
- Offizieller Antrag: Erst wenn die Rückmeldung zufriedenstellend ist, werden persönliche Daten ergänzt und der eigentliche Antrag gestellt.
Dieses Vorgehen hilft Menschen mit Vorerkrankungen, ihre Chancen auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne unnötige Risiken einschätzen zu können.

FAQ – Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen
Müssen alle Vorerkrankungen bei der Antragstellung angegeben werden?
Ja. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen abschließen möchte, muss alle relevanten Beschwerden und Diagnosen im abgefragten Zeitraum angeben. Die Fragen decken meist einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren ab. Auch kleinere Beschwerden können relevant sein, wenn sie im Zusammenhang mit späteren gesundheitlichen Einschränkungen stehen. Wer Angaben auslässt oder falsch wiedergibt, riskiert Leistungsprobleme im Ernstfall.
Kann man Vorerkrankungen einfach weglassen?
Davon ist dringend abzuraten. Das bewusste Verschweigen von gesundheitlichen Informationen gilt als Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Stellt der Versicherer später fest, dass Daten fehlen oder nicht der Wahrheit entsprechen, kann dies zur Verweigerung der Rente führen – selbst dann, wenn die Berufsunfähigkeit aus einer anderen Ursache entstanden ist. Im schlimmsten Fall war die gesamte Beitragszahlung vergeblich.
Was passiert, wenn in der Patientenakte falsche Diagnosen stehen?
In seltenen Fällen befinden sich in Patientenakten veraltete, unklare oder missverständliche Diagnosen. Das kann die Chancen auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen beeinträchtigen. Daher ist es sinnvoll, regelmäßig Einsicht in die eigene Akte zu nehmen und Unstimmigkeiten mit behandelnden Ärzten zu korrigieren. Fehlende oder falsche Einträge lassen sich auf Wunsch berichtigen oder streichen.
Welche Vorerkrankungen müssen zwingend angegeben werden?
In der Regel müssen alle Beschwerden, für die ein Arztbesuch, eine Therapie oder eine medikamentöse Behandlung notwendig war, erwähnt werden. Dazu zählen körperliche Erkrankungen, psychische Beschwerden, Operationen, Verletzungen sowie stationäre Aufenthalte. Selbst Erkrankungen, die längst abgeheilt sind, können relevant sein, sofern sie im abgefragten Zeitraum lagen.
Was gilt als Vorerkrankung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Als Vorerkrankungen gelten Diagnosen, die vor Antragstellung bestanden oder behandelt wurden. Dazu können chronische Leiden, Infektionen, Unfälle, mentale Erkrankungen oder orthopädische Beschwerden gehören. Entscheidend sind medizinische Unterlagen, ärztliche Befunde und die Einschätzung, ob die Erkrankung das Risiko einer Berufsunfähigkeit erhöht.
Wie gehen Versicherer mit psychischen Vorerkrankungen um?
Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Burn-out zählen zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Daher prüfen Versicherer diese Diagnosen besonders gründlich. Je nach Verlauf kann es zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder Ablehnungen kommen. Eine anonyme Voranfrage kann hier sinnvoll sein, um die Chancen im Vorfeld auszuloten.

Kann ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen schon als Student abschließen?
Ja. Der Abschluss im Studium kann sogar Vorteile bieten, da viele Erkrankungen erst im späteren Berufsleben auftreten. Wer früh abschließt, profitiert von weniger umfangreichen Gesundheitsabfragen und günstigeren Beiträgen. Zudem ist der Beruf meist noch leichter eingestuft, da keine körperliche Tätigkeit ausgeübt wird.
Wie läuft die Gesundheitsprüfung bei Vorerkrankungen ab?
Die Gesundheitsprüfung erfolgt durch Fragebögen, Arztberichte oder Befunde. Versicherer bewerten Verlauf, Prognose und Stabilität einer Erkrankung. Bei leichten Beschwerden erfolgt die Annahme häufig ohne Einschränkungen. Bei stärker ausgeprägten Diagnosen wird geprüft, ob ein Zuschlag oder ein Ausschluss erforderlich ist.
Was kann ich tun, um meine Chancen trotz Vorerkrankungen zu verbessern?
Hilfreich sind vollständige Unterlagen, ein geordneter Überblick über Behandlungen sowie eine anonyme Voranfrage. Auch die Wahl eines geeigneten Versicherers spielt eine große Rolle, da die Bewertungspraxis branchenweit unterschiedlich ist. Spezialmakler können dabei unterstützen, die beste Lösung zu finden.
Welche Alternativen gibt es, wenn ein Antrag abgelehnt wird?
Wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen abgelehnt, kommen Produkte wie Grundfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung in Frage. Beide Varianten decken andere Leistungsfälle ab und können die finanzielle Lücke zumindest teilweise schließen.
Fazit
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen ist möglich – und zwar in vielen Fällen. Auch wenn gesundheitliche Probleme zunächst wie ein Hindernis wirken, kannst Du durch geschickte Vorbereitung, klare Informationen und professionelle Hilfe eine passende Absicherung finden. Selbst bei Zuschlägen oder Ausschlüssen lohnt sich oft der Schutz, weil er Dir im Ernstfall finanzielle Sicherheit bietet.
Wenn Du Dich gründlich über Deine Situation informieren willst und den Antrag strukturiert vorbereitest, hast Du gute Chancen, eine zuverlässige BU-Lösung zu erhalten – unabhängig davon, ob Du bereits gesundheitliche Probleme hattest oder nicht.
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