Ein ETF-Rentenversicherung Vergleich hilft dabei, unterschiedliche Angebote zur privaten Altersvorsorge besser einzuordnen. ETF-Rentenversicherung verbinden fondsbasierte Geldanlage mit dem Mantel einer Versicherung und richten sich an Menschen, die langfristig für das Alter vorsorgen möchten. Je nach Tarif unterscheiden sich Kostenstruktur, Auswahl der ETFs, Flexibilität bei Ein- und Auszahlungen sowie die Möglichkeiten im Rentenalter deutlich. Ein genauer Vergleich ist daher entscheidend, um ein Produkt zu finden, das zur eigenen Lebens- und Finanzsituation passt.
Was sind ETF-Rentenversicherung?
Eine ETF-Rentenversicherung ist eine Form der privaten Altersvorsorge, bei der die Beiträge nicht klassisch verzinst, sondern überwiegend in ETFs (Exchange Traded Funds) investiert werden. Ziel ist es, langfristig von den Renditen der Kapitalmärkte zu profitieren und gleichzeitig für das Alter vorzusorgen. Die ETFs bilden meist breite Aktien- oder Anleiheindizes ab, wodurch die Anlage kostengünstig und breit gestreut ist. Die Versicherung bietet dabei einen rechtlichen Rahmen, der je nach Ausgestaltung steuerliche Vorteile, flexible Beitragszahlungen sowie Optionen für eine lebenslange Rente oder eine einmalige Auszahlung im Rentenalter ermöglichen kann.

So funktioniert eine ETF-Rentenversicherung
Der Ablauf einer ETF-Rentenversicherung gliedert sich in zwei Abschnitte: die Ansparphase und die Auszahlungsphase. Während der Ansparphase fließen Beiträge in den Vertrag, in der späteren Phase erfolgen die Leistungen an die versicherte Person.
Ansparphase
Zu Beginn des Vertrags wählst du einen oder mehrere ETFs aus, in die deine Beiträge investiert werden. Jede Versicherung stellt dafür eine eigene ETF-Auswahl bereit. Bei mehreren Fonds kannst du festlegen, wie stark jeder einzelne gewichtet sein soll. Diese Aufteilung lässt sich während der Laufzeit anpassen, ohne dass dabei Abgaben auf Wertzuwächse entstehen.
Du bestimmst, welchen Betrag du regelmäßig in den Vertrag einzahlst. Neben laufenden Beiträgen sind auch einmalige Einzahlungen möglich. Alternativ kannst du einen Tarif wählen, bei dem ausschließlich solche Einzelzahlungen erfolgen, ohne feste monatliche Beiträge.
Während der Ansparphase bestehen verschiedene Anpassungsmöglichkeiten:
- Automatisches Rebalancing: Einige Anbieter gleichen die ETF-Gewichtung regelmäßig wieder an die ursprünglich festgelegte Verteilung an.
- Umschichtungen: Das vorhandene Guthaben kann in andere ETFs übertragen werden (Shift), oder die künftigen Beiträge fließen in andere Fonds (Switch). Dabei fallen keine Steuern auf bereits erzielte Erträge an.
- Beitragsanpassung: Beiträge lassen sich erhöhen, reduzieren, vorübergehend aussetzen oder vollständig beitragsfrei stellen. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Vertrag; unter Umständen entstehen dabei Kosten.
Bereits bei Vertragsabschluss legst du das Alter fest, zu dem die Ansparphase endet. Dieses Rentenalter kann später noch geändert werden. Sobald das vereinbarte Alter erreicht ist, enden die Einzahlungen und der Vertrag wechselt in die Auszahlungsphase.
Verfügungsphase
Mit Beginn der Auszahlungsphase entscheidest du, wie das angesparte Kapital einschließlich der erzielten Erträge verwendet werden soll. Je nach Tarif und Anbieter stehen dafür mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
- Lebenslange Rente: Das vorhandene Kapital wird mithilfe des Rentenfaktors in eine monatliche Zahlung umgerechnet. Diese Rente zahlt die Versicherung garantiert bis zum Lebensende aus.
- Einmalige Kapitalauszahlung: Alternativ kannst du dir das gesamte angesparte Guthaben in einer Summe auszahlen lassen.
- Kombination aus Rente und Kapital: Ein Teil des Kapitals wird sofort ausgezahlt, während der verbleibende Betrag in eine lebenslange Rente umgewandelt wird.
- Übertragung in ein Wertpapierdepot: Bei einigen Versicherungen besteht die Möglichkeit, die im Vertrag enthaltenen ETFs in ein eigenes Depot zu übertragen. Anschließend kannst du selbst entscheiden, ob du die Fonds weiter hältst oder veräußerst.
Welche Optionen konkret zur Verfügung stehen, hängt von den vertraglichen Regelungen der jeweiligen ETF-Rentenversicherung ab.
ETF-Rentenversicherung Vergleich 01/2026
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| Produkt | LV 1871 MeinPlan | Alte Leipziger HFR10 | MyLife Fondsrente (FRNK) |
Axa JustInvest |
| Bewertung | Sehr gut (4,3) | Sehr gut (4,2) | Gut (3,8) | Gut (3,7) |
| Kosten p.a. Ansparphase | 4% vom Beitrag + 0,22% vom Guthaben | 0,3% vom Guthaben + 36€ Fixgebühr | 1% vom Beitrag + 0,2% vom Guthaben + 36€ Fixgebühr | 1,7% vom Beitrag + 0,25% vom Guthaben |
| Kosten p.a. Verfügungsphase | 0,22% vom Guthaben | 0,3% vom Guthaben + 36€ Fixgebühr | 0,2% vom Guthaben | 0,25% |
| Kosten Zuzahlung | 0,5% | 0% | 1% | 1,7% |
| Kosten je Kapitalentnahme | 0€ | 0€ | 0€ | 15€ |
| Anzahl ETFs | 34 | 73 | 119 | 35 |
| Kostenloses automatisches Rebalancing | ✓ | ✓ | X | ✓ |
| Anzahl kostenloser Shifts und Switches pro Jahr | unbegrenzt | unbegrenzt | 1/Monat | 1/Monat |
| Anzahl kostenloser Shifts und Switches pro Jahr | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Mindestbeitrag pro Monat | 25€ | 25€ | 50€ | 25€ |
| Höhe Zuzahlung | 200€ – unbegrenzt | 500€ – 40.000€ | 250€ – 400.000€ | 250€ – 20.000€ |
| Beitragsänderung möglich | ✓ Erhöhung ✓ Senkung |
✓ Erhöhung ✓ Senkung |
✓ Erhöhung ✓ Senkung |
✓ Erhöhung ✓ Senkung |
| Beitragspause | ✓ | ✓ | X | ✓ |
| Beitragsfreistellung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Dynamik wählbar | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Veränderung Rentenbeginn | ✓ Vorverlegen ✓ Hinausschieben |
✓ Vorverlegen ✓ Hinausschieben |
✓ Vorverlegen ✓ Hinausschieben |
✓ Vorverlegen ✓ Hinausschieben |
| Freie Kapitalentnahme möglich | bis 85 Jahre | bis 90 Jahre | bis 85 Jahre | bis 85 Jahre |
| Mindestbetrag einer Entnahme | 200€ | 500€ | 250€ | keine Vorgabe |
| Auszahlungsplan möglich | ✓ | X | X | X |
| Garantierter Rentenfaktor | 26,63 | 27,50 | 27,24 | 24,45 |
| Aktueller Rentenfaktor | 28,79 | 28,94 | 28,43 | 28,77 |
| Fondsbasierter Rentenbezug | ✓ | ✓ | X | ✓ |
| Option auf Teilrente | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Überschuss-verwendung änderbar | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Vererbung | ✓ vor Rentenbeginn ✓ nach Rentenbeginn |
✓ vor Rentenbeginn ✓ nach Rentenbeginn |
✓ vor Rentenbeginn ✓ nach Rentenbeginn |
✓ vor Rentenbeginn ✓ nach Rentenbeginn |
| Vor- und Nachteile | Option auf Übertrag in Depot |
|
Option auf Übertrag in Depot | Option auf Übertrag in Depot |
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| Produkt | Volkswohl Bund FondsPur (FR) | Condor Congenial privat (C78H) | Continentale Rente Invest | Die Bayerische “Hallo Zukunft” |
| Bewertung | Gut (3,7) | Gut (3,6) | Gut (3,6) | Gut (3,5) |
| Kosten p.a. Ansparphase | 5,4% vom Beitrag + 0,19% vom Guthaben | 2,5% vom Beitrag + 0,24% vom Guthaben | 15,2% vom Beitrag | 7% vom Beitrag + 0,24% bis 0,3% vom Guthaben |
| Kosten p.a. Verfügungsphase | 0,19% vom Guthaben | 0,48% vom Guthaben | 0,2% p.M. vom Guthaben aus Sonderzahlungen | 0,24% bis 0,3% vom Guthaben |
| Kosten Zuzahlung | 1,5% | 0,5% | 6,1% | 1% |
| Kosten je Kapitalentnahme | 0€ | 0€ | 60€ | 30€ |
| Anzahl ETFs | 45 | 53 | 31 | 26 |
| Kostenloses automatisches Rebalancing | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Anzahl kostenloser Shifts und Switches pro Jahr | 12/Jahr | 12/Jahr | 6/Jahr | 12/Jahr |
| Anzahl kostenloser Shifts und Switches pro Jahr | X | X | ✓ | ✓ |
| Mindestbeitrag pro Monat | 10€ | 35€ | 10€ | 50€ |
| Höhe Zuzahlung | 300€ – 500.000€ | 500€ – 20.000€ | 250€ – 25.000 € | 250 € – 500.000€ |
| Beitragsänderung möglich | ✓ Erhöhung ✓ Senkung |
✓ Erhöhung ✓ Senkung |
✓ Erhöhung ✓ Senkung |
✓ Erhöhung ✓ Senkung |
| Beitragspause | X | ✓ | ✓ | ✓ |
| Beitragsfreistellung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Dynamik wählbar | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Veränderung Rentenbeginn | ✓ Vorverlegen ✓ Hinausschieben |
✓ Vorverlegen ✓ Hinausschieben |
✓ Vorverlegen ✓ Hinausschieben |
✓ Vorverlegen ✓ Hinausschieben |
| Freie Kapitalentnahme möglich | bis 88 Jahre | bis 85 Jahre | bis 87 Jahre | bis 88 Jahre |
| Mindestbetrag einer Entnahme | 500€ | 1.000€ | 250€ | 50€ |
| Auszahlungsplan möglich | X | X | X | ✓ |
| Garantierter Rentenfaktor | 27,08 | 25,19 | 26,41 | 24,66 |
| Aktueller Rentenfaktor | 29,04 | 29,43 | 29,28 | 29,01 |
| Fondsbasierter Rentenbezug | ✓ | X | ✓ | X |
| Option auf Teilrente | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Überschuss-verwendung änderbar | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Vererbung | ✓ vor Rentenbeginn ✓ nach Rentenbeginn |
✓ vor Rentenbeginn ✓ nach Rentenbeginn |
✓ vor Rentenbeginn ✓ nach Rentenbeginn |
✓ vor Rentenbeginn ✓ nach Rentenbeginn |
| Vor- und Nachteile | ✓ Option auf Übertrag in Depot | ✓ Option auf Übertrag in Depot | ✓ Option auf Übertrag in Depot X Hohe Gebühren auf monatliche Beiträge und Zuzahlungen |
X Hohe Gebühren auf monatliche Beiträge |
Welche Kosten fallen bei einer ETF-Police an?
Auch wenn eine ETF-Rentenversicherung als Nettopolice in der Regel günstiger ist als eine Bruttopolice, fallen dennoch Kosten für den Versicherungsmantel an. Dazu zählen insbesondere das Honorar für den Berater, die Effektivkosten der Police, mögliche Gebühren für Zusatzleistungen sowie die laufenden Kosten der gewählten ETFs (TER).
Honorar des Beraters beim Vertragsabschluss
Bei Abschluss einer Nettopolice solltest du das Honorar für den Honorarberater als einmaligen Kostenpunkt einplanen. Dieses Honorar wird beim Vertragsabschluss fällig. Im Gegenzug erhältst du eine unabhängige Beratung, die administrative Abwicklung sowie die gesetzlich erforderliche Legitimation zum Abschluss einer Nettopolice.
Laufende Kosten der Versicherung
Für die Verwaltung einer ETF-Rentenversicherung erheben die Anbieter laufende Gebühren. Die konkrete Ausgestaltung unterscheidet sich je nach Versicherung und Tarif. In der Ansparphase können folgende Kostenarten anfallen:
- Prozentualer Anteil am Beitrag: Ein festgelegter Prozentsatz wird direkt vom monatlichen Beitrag einbehalten. Je nach Anbieter liegt dieser Wert zwischen 0 und 15 Prozent des eingezahlten Betrags.
- Prozentualer Anteil am Vertragsguthaben: Hier wird eine jährliche Gebühr auf das angesparte Kapital erhoben. In der Praxis bewegt sich dieser Satz meist bei bis zu 0,5 Prozent des Guthabens.
- Jährliche Pauschalgebühr: Einige Versicherer verlangen einen festen Betrag pro Jahr, unabhängig von Beitragshöhe oder Guthabenstand. Während manche Tarife ganz ohne Pauschale auskommen, liegen diese Gebühren bei anderen Anbietern zwischen 36 und knapp 100 Euro pro Jahr.
Welche Kosten konkret anfallen und wie sie kombiniert werden, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab.
Auch während der Auszahlungsphase entstehen Verwaltungskosten. Da in diesem Abschnitt keine Beiträge mehr fließen, beziehen sich die Gebühren ausschließlich auf das vorhandene Guthaben sowie auf mögliche jährliche Pauschalen. Die Konditionen unterscheiden sich teils deutlich zwischen den Tarifen, weshalb ein genauer Vergleich vor Vertragsabschluss empfehlenswert ist.
Kosten für einmalige Zuzahlungen
Neben den regelmäßigen Beiträgen kannst du bei einer ETF-Rentenversicherung auch einmalige Zuzahlungen leisten. Für diese zusätzlichen Einzahlungen erheben viele Versicherungen gesonderte Gebühren. Üblich ist ein prozentualer Kostenabzug, der je nach Anbieter zwischen 0,5 und 5,5 Prozent der jeweiligen Zuzahlung liegt.
Die konkreten Bedingungen unterscheiden sich von Vertrag zu Vertrag. Häufig gelten Mindestbeträge pro Zuzahlung, teilweise auch Höchstgrenzen. Zudem kann die Anzahl der zulässigen Zuzahlungen pro Jahr begrenzt sein. Manche Versicherungen setzen außerdem eine Obergrenze für die Gesamtsumme, die über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg zusätzlich eingezahlt werden darf.
Wer plant, größere oder regelmäßige Sonderzahlungen zu leisten, sollte diese Punkte vorab genau prüfen und die Konditionen der einzelnen Tarife miteinander vergleichen.
Weitere mögliche Kosten
Abhängig vom gewählten Tarif können zusätzliche Gebühren entstehen. Das gilt zum Beispiel dann, wenn während der Ansparphase Kapital entnommen werden soll. Auch bei Änderungen am Beitrag – etwa beim Reduzieren, Pausieren oder vollständigen Beitragsfreistellen – können je nach Vertrag Storno- oder Verwaltungskosten anfallen.
Da diese Kosten nicht bei allen Anbietern gleich geregelt sind, lohnt sich ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen, insbesondere wenn Flexibilität bei Einzahlungen oder Entnahmen wichtig ist.

Wie man die richtige ETF-Police findet?
ETF-Auswahl
Wer Wert auf eine breite Fondsauswahl legt, sollte prüfen, wie viele ETFs eine Versicherung innerhalb ihres Vertrags anbietet. Die Anzahl der verfügbaren ETFs unterscheidet sich je nach Anbieter teils deutlich. Wenn bereits ein konkreter ETF favorisiert wird, ist es sinnvoll, vorab sicherzustellen, dass dieser Bestandteil der jeweiligen Police ist. In unserer Vergleichstabelle ist für jede Versicherung ein direkter Verweis auf die jeweilige Fondsliste enthalten.
Flexibilität des Portfolios
Innerhalb vieler ETF-Rentenversicherungen besteht die Möglichkeit, die Fondsauswahl während der Laufzeit anzupassen. Dabei kann entweder das bereits angesparte Vertragsguthaben in andere ETFs übertragen werden (Shift) oder die künftigen Beiträge werden auf andere Fonds umgestellt (Switch). Häufig ist pro Jahr eine bestimmte Anzahl dieser Änderungen kostenfrei vorgesehen.
Einige Tarife sehen zudem ein automatisches Rebalancing vor. In diesem Fall wird das Portfolio einmal jährlich so angepasst, dass die ursprünglich festgelegte Gewichtung der ETFs wiederhergestellt wird.
Stellt der Versicherer ein digitales Kundenportal bereit, lässt sich der Vertrag in der Regel online einsehen und verwalten.
Flexibilität des Vertrags
Bei langen Laufzeiten einer ETF-Rentenversicherung ändern sich häufig die finanziellen Rahmenbedingungen. Deshalb unterscheiden sich die Verträge darin, wie anpassungsfähig sie während der Ansparphase sind. Bei der Auswahl einer passenden ETF-Police spielen insbesondere folgende Punkte eine Rolle:
- Mindestbeitrag: Dieser Wert legt fest, wie hoch der monatliche Beitrag mindestens sein muss, um den Vertrag aufrechtzuerhalten.
- Möglichkeit von Zuzahlungen: Je nach Tarif ist es erlaubt, während der Ansparphase freiwillige Einmalzahlungen zusätzlich zu den laufenden Beiträgen zu leisten.
- Anpassung der Beitragshöhe: Viele Verträge erlauben es, den monatlichen Beitrag zu erhöhen oder zu senken. In manchen Tarifen ist auch eine vorübergehende Pause oder eine vollständige Beitragsfreistellung vorgesehen.
- Beitragsdynamik: Einige Versicherungen bieten eine automatische jährliche Erhöhung des Beitrags um einen vorher festgelegten Prozentsatz an, um die Sparleistung an veränderte Einkommensverhältnisse anzupassen.
Wie flexibel ein Vertrag im Detail ist, hängt von den jeweiligen Tarifbedingungen ab und sollte vor Abschluss sorgfältig geprüft werden.
Konditionen für die Verrentung
Der Rentenfaktor spielt eine zentrale Rolle, wenn am Ende der Vertragslaufzeit eine Umwandlung des angesparten Kapitals in eine lebenslange Rente vorgesehen ist. Er legt fest, wie hoch die monatliche Rentenzahlung pro 10.000 Euro Vertragsguthaben ausfällt.
In Angeboten wird häufig ein aktueller Rentenfaktor ausgewiesen. Dieser basiert auf den derzeitigen Rahmenbedingungen und kann sich bis zum Rentenbeginn noch verändern. Maßgeblich für die spätere Rentenzahlung ist der Faktor, der zu Beginn der Rentenphase festgelegt wird. Wichtiger als der aktuelle Wert ist daher der garantierte Rentenfaktor. Er gibt an, welche monatliche Mindestrente pro 10.000 Euro Kapital mindestens zugesichert ist.
Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass im Rentenalter ausschließlich die garantierte Rente zur Auszahlung kommt. In der Praxis wird häufig eine weitere Rentenkomponente aus Überschüssen berücksichtigt, deren Höhe heute noch nicht verbindlich feststeht.
Ein hoher Rentenfaktor allein sagt allerdings wenig über die Qualität einer ETF-Rentenversicherung aus. Ebenso entscheidend sind die laufenden Kosten des Vertrags. Ein niedrigerer Rentenfaktor kann durch geringere Gebühren ausgeglichen werden, sodass sich im Ergebnis sogar eine höhere monatliche Rente ergeben kann als bei einem Tarif mit höherem Faktor, aber höheren Kosten.
Rentenbeginn
Beim Abschluss der ETF-Rentenversicherung legst du fest, zu welchem Alter die Ansparphase enden und die Auszahlungsphase starten soll. Dieses geplante Rentenalter ist vertraglich festgehalten. Das maximal zulässige Alter wird vom Versicherer vorgegeben und liegt häufig bei 85 Jahren.
Während der Ansparphase besteht in vielen Tarifen die Möglichkeit, den vereinbarten Rentenbeginn anzupassen. Welche Änderungen zulässig sind, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab und ist in der Vergleichstabelle der Anbieter aufgeführt.
Anpassung des Rentenbeginns
Bei den meisten Versicherungen kann der Rentenbeginn auch zu einem späteren oder früheren Zeitpunkt festgelegt werden, solange bestimmte Vorgaben eingehalten werden. Dazu zählen Fristen für Änderungsanträge sowie Grenzen für das Mindest- und Höchstalter.
Welche Spielräume im Einzelnen bestehen und unter welchen Voraussetzungen eine Änderung zulässig ist, unterscheidet sich je nach Versicherung und Tarif. Entsprechende Details findest du in unserer Vergleichsübersicht.
Welche Steuern fallen bei ETF-Rentenversicherungen an?
Ein häufig genannter Pluspunkt von ETF-Rentenversicherungen im Vergleich zu klassischen ETF-Sparplänen ist eine oft geringere steuerliche Belastung. Ob dieser Effekt im Einzelfall tatsächlich ins Gewicht fällt, hängt jedoch von mehreren persönlichen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Anzahl der Umschichtungen innerhalb des ETF-Bestands während der Laufzeit sowie der individuelle Einkommensteuersatz im Rentenalter. Beide Aspekte lassen sich nur schwer im Voraus einschätzen. Daher ist es sinnvoll, sorgfältig zu prüfen, ob sich dieser steuerliche Effekt für die eigene Situation tatsächlich rechnet.
Besteuerung während der Laufzeit
Wer ETFs außerhalb eines Versicherungsmantels hält und während der Ansparphase Anteile veräußert, muss auf die erzielten Kursgewinne Kapitalertragsteuer entrichten. Bei Aktien-ETFs beträgt diese Abgabe insgesamt 26,375 Prozent (Kapitalertragsteuer inklusive Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer).
Für Aktienfonds gilt jedoch eine gesetzliche Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei. Dadurch reduziert sich die tatsächliche Steuerbelastung auf 18,46 Prozent. Diese Abgaben fallen nicht nur bei Verkäufen an, sondern auch bei ausgeschütteten Erträgen.
Bei einer ETF-Rentenversicherung bleiben Umschichtungen innerhalb des Vertrags steuerlich unbeachtet. Ein Fonds kann mit Gewinn veräußert und durch einen anderen ersetzt werden, ohne dass auf die Wertzuwächse Abgaben anfallen. Auch die sogenannte Vorabpauschale wird bei ETF-Versicherungen nicht erhoben. Aus steuerlicher Sicht zeigt sich der Versicherungsvertrag während der Laufzeit daher günstiger.
Dieser Effekt relativiert sich jedoch, wenn im Wertpapierdepot nur selten Umschichtungen stattfinden und überwiegend thesaurierende ETFs gehalten werden. In solchen Fällen fällt der steuerliche Unterschied zwischen ETF-Police und klassischem ETF-Depot geringer aus.
Besteuerung bei der Auszahlung
Zum Ende der Vertragslaufzeit unterliegen die Erträge aus einer ETF-Rentenversicherung der Besteuerung. Anders als bei ETFs im Depot greift hier die Einkommensteuer und nicht die Kapitalertragsteuer. Maßgeblich ist damit der persönliche Einkommensteuersatz im Zeitpunkt der Auszahlung.
Welche Summe tatsächlich versteuert wird, hängt von der gewählten Auszahlungsform ab. Grundsätzlich stehen zwei Varianten zur Verfügung: die Auszahlung des gesamten Kapitals auf einmal oder der Bezug einer lebenslangen monatlichen Rente.
Entscheidest du dich für eine monatliche Rentenzahlung, wird lediglich der sogenannte Ertragsanteil besteuert. Dieser richtet sich nach dem Alter bei Beginn der Rentenzahlung. Mit steigendem Alter sinkt der zu versteuernde Anteil. Dadurch fällt die steuerliche Belastung geringer aus, wenn die Rentenzahlung später beginnt.
Der Ertragsanteil stellt einen festen Prozentsatz der monatlichen Bruttorente dar. Dieser Anteil wird anschließend mit dem individuellen Einkommensteuersatz versteuert.
| Vollendetes Lebensjahr bei Rentenbeginn | Ertragsanteil |
|---|---|
| 64 | 19 % |
| 67 | 17 % |
| 71 | 14 % |
| 75 | 11 % |
| 80 | 8 % |
| 85 | 5 % |
| 90 | 4 % |
Entscheidest du dich am Ende der Laufzeit für eine einmalige Kapitalauszahlung, werden die Erträge aus der ETF-Rentenversicherung nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert. Dabei werden zunächst 15 % der Gewinne steuerfrei gestellt. Von den verbleibenden Erträgen muss anschließend nur die Hälfte mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden.
Voraussetzung für diese steuerliche Begünstigung ist die sogenannte 12/62-Regel:
Der Vertrag muss mindestens 12 Jahre bestanden haben, und du musst bei der Auszahlung mindestens 62 Jahre alt sein. Wird diese Regel nicht erfüllt, unterliegen die Gewinne der Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Wichtig: Bestimmte Vertragsänderungen – etwa zusätzliche Einzahlungen, Anpassungen der Dynamik oder andere grundlegende Änderungen – können als Novation gewertet werden. In diesem Fall beginnt die 12-Jahres-Frist erneut zu laufen, was den steuerlichen Vorteil gefährden kann.
Ein wesentlicher Vorteil der ETF-Rentenversicherung liegt zudem im Steuerstundungseffekt: Steuern fallen erst bei der Auszahlung an – nicht während der Ansparphase. Im Gegensatz zum klassischen ETF-Sparplan werden bei Umschichtungen oder Ausschüttungen innerhalb der Police keine laufenden Steuern fällig, sodass das gesamte Kapital langfristig weiter investiert bleiben und stärker wachsen kann.
| Merkmal | ETF-Police Auszahlung | ETF-Police Verrentung | ETF-Sparplan |
|---|---|---|---|
| Teilfreistellung | 15 % | nach Ertragsanteil | 30 % |
| Halbeinkünfteverfahren | ja, mit 12/62-Regel | nein | nein |
| Steuersatz | persönlicher Einkommensteuersatz | persönlicher Einkommensteuersatz | Kapitalertragsteuer + Soli + ggf. Kirchensteuer |
Lohnt sich die ETF-Rentenversicherung als Altersvorsorge?
Eine ETF-Rentenversicherung ist kein Allheilmittel für die Altersvorsorge und passt nicht zu jeder Lebenssituation. Richtig eingesetzt kann sie jedoch ein sinnvoller Bestandteil deiner langfristigen Vorsorgestrategie sein. Ob eine ETF-Police zu dir, deinen finanziellen Möglichkeiten sowie zu deiner aktuellen und zukünftigen Lebensplanung passt, solltest du sorgfältig prüfen.
Nur auf den steuerlichen Vorteil fokussiert
Zwar haben wir zuvor die möglichen steuerlichen Vorteile einer ETF-Rentenversicherung gegenüber einem klassischen ETF-Sparplan erläutert. Diese sollten jedoch nicht das alleinige Argument für den Abschluss einer ETF-Police sein.
Ob sich der erhoffte Steuervorteil im Rentenalter tatsächlich auszahlt, hängt von mehreren Faktoren ab und ist daher nur schwer vorherzusagen. Entscheidend ist vor allem dein persönlicher Einkommensteuersatz im Alter, mit dem die Auszahlungen aus der ETF-Rentenversicherung versteuert werden. Je höher dieser Steuersatz ausfällt, desto geringer wird der steuerliche Vorteil der Police. Umgekehrt gilt: Ein niedriger Einkommensteuersatz im Ruhestand kann den Steuervorteil erhöhen.
Hinzu kommt, dass sich der steuerliche Vorteil ebenfalls relativiert, wenn du in einem klassischen ETF-Depot während der Ansparphase kaum Umschichtungen vornimmst und überwiegend thesaurierende ETFs nutzt. In diesem Fall fallen ohnehin nur geringe laufende Steuern an, sodass der Vorteil des steuerfreien Umschichtens innerhalb der ETF-Police an Bedeutung verliert.
Am Ende ist daher nicht entscheidend, wie viel Steuer du sparst, sondern welches Nettoergebnis für dich übrig bleibt – also das Zusammenspiel aus Rendite, Kosten und Steuern. Eine ETF-Rentenversicherung sollte deshalb immer ganzheitlich betrachtet und nicht allein wegen eines möglichen Steuervorteils abgeschlossen werden.
Bei hohen Anforderungen an Flexibilität
Mit dem Abschluss einer ETF-Rentenversicherung gehst du eine langfristige vertragliche Bindung ein, die oft über mehrere Jahrzehnte läuft. Dir sollte daher bewusst sein, dass ein solcher Vertrag nur eingeschränkt flexibel ist. Eine Kündigung oder größere Veränderungen sind häufig mit finanziellen Nachteilen verbunden, etwa durch Stornoabzüge oder entgangene Steuervorteile.
Im Vergleich dazu bietet ein klassischer ETF-Sparplan deutlich mehr Freiheit: Du kannst Einzahlungen jederzeit unkompliziert erhöhen, senken oder ganz aussetzen. Benötigst du kurzfristig Kapital, lassen sich ETF-Anteile im Depot meist schnell und ohne langfristige Folgen verkaufen.
Auch bei einem geplanten Auslandsaufenthalt oder einer Auswanderung kann eine ETF-Rentenversicherung problematisch werden. Die vertragliche Abwicklung sowie die steuerliche Behandlung im Ausland sind oft komplex und können zu unerwarteten Nachteilen führen.
Bei fehlenden finanziellen Grundlagen
Eine ETF-Rentenversicherung kann ein sinnvoller Baustein der Altersvorsorge sein – allerdings nur dann, wenn deine finanziellen Grundlagen bereits solide sind. Dazu gehören insbesondere:
- ein ausreichend großer Notgroschen
- keine offenen Konsum- oder Kreditkartenschulden
- ein klarer Überblick über Vermögen und Verbindlichkeiten
- eine strukturierte Übersicht über Einnahmen und Ausgaben
Erst wenn diese Punkte erfüllt sind, kannst du realistisch einschätzen, wie hoch dein monatlicher Überschuss ist und welcher Betrag langfristig in eine ETF-Police fließen kann. Solange diese Basis fehlt, solltest du Priorität auf finanzielle Stabilität legen, bevor du dich langfristig an eine ETF-Rentenversicherung bindest.
Ein sorgfältiger ETF-Rentenversicherung Vergleich zeigt, dass nicht jede ETF-Rentenversicherung automatisch günstig oder renditestark ist. Hohe laufende Kosten, eingeschränkte ETF-Auswahl oder unflexible Auszahlungsmodelle können die Altersvorsorge deutlich beeinflussen. Wer Angebote strukturiert gegenüberstellt und auf transparente Kosten, flexible Gestaltung sowie passende Rentenoptionen achtet, erhöht die Chancen auf eine sinnvolle und langfristig tragfähige Lösung für die private Altersvorsorge.




