Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung gewinnt in Deutschland immer stärker an Bedeutung, da sie eine wichtige Lücke in der Absicherung im Krankheitsfall schließt. Viele Menschen gehen fälschlicherweise davon aus, dass sie während einer Krankheit ausreichend durch ihren Arbeitgeber oder die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert sind. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass die gesetzliche Absicherung zeitlich begrenzt ist und bei längerer Arbeitsunfähigkeit, sei es durch schwere Erkrankungen oder Unfälle, schnell zu finanziellen Engpässen führen kann.
Gerade bei Erkrankungen, die mehrere Monate oder gar Jahre andauern, entsteht eine Versorgungslücke, die erhebliche Belastungen für die Lebensführung mit sich bringen kann. Genau an diesem Punkt kommt die Arbeitsunfähigkeitsversicherung ins Spiel: Sie sorgt dafür, dass Betroffene ein regelmäßiges Einkommen erhalten, auch wenn sie ihre berufliche Tätigkeit über längere Zeit nicht ausüben können. Dies bietet nicht nur Sicherheit für die laufenden Kosten, sondern gibt auch die Möglichkeit, sich voll auf die Genesung zu konzentrieren, ohne sich um finanzielle Probleme sorgen zu müssen.
Was ist eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung?
Definition der Arbeitsunfähigkeitsversicherung
Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist eine private Einkommensabsicherung, die speziell für den Fall gedacht ist, dass eine versicherte Person aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen vorübergehend nicht arbeiten kann. Voraussetzung für die Leistung ist eine ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit, die die Ausübung des Berufs verhindert.
Im Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung, die erst bei dauerhaften Einschränkungen im Berufsleben greift, beginnt die Arbeitsunfähigkeitsversicherung bereits bei zeitlich begrenzter Arbeitsunfähigkeit. Dadurch können bereits kurzfristige oder mittelfristige Krankheitsphasen abgesichert werden, sodass keine sofortige finanzielle Not entsteht.

Abgrenzung zu anderen Versicherungsarten
Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung wird oft mit anderen Versicherungsformen verwechselt. Ein klarer Vergleich hilft, die Unterschiede besser zu verstehen und den individuellen Bedarf einzuschätzen:
| Versicherungsart | Leistungsauslöser | Leistungsdauer |
| Krankengeld (GKV) | Nach Ende der Lohnfortzahlung | Zeitlich begrenzt |
| Arbeitsunfähigkeitsversicherung | Ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit | Bis zur vereinbarten Dauer |
| Berufsunfähigkeitsversicherung | Dauerhafte Einschränkung im Beruf | Langfristig |
| Erwerbsunfähigkeitsrente | Allgemeine Erwerbsfähigkeit eingeschränkt | Staatlich geregelt |
Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung schließt somit gezielt die Lücke zwischen der gesetzlichen Absicherung durch Krankengeld und einer langfristigen Absicherung durch Berufsunfähigkeitsrente. Sie sorgt dafür, dass Betroffene in Phasen längerer Krankheit ein verlässliches Einkommen erhalten, ohne dass sie auf staatliche Leistungen angewiesen sind, die oft nur teilweise ausreichen.
Warum reicht die gesetzliche Absicherung oft nicht aus?
Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber
Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall zunächst weiterhin ihr Gehalt durch die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers. Diese Zahlung ist gesetzlich jedoch auf maximal sechs Wochen begrenzt. Nach Ablauf dieser Zeit endet die finanzielle Unterstützung, unabhängig davon, ob die Krankheit weiterbesteht oder nicht.

Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung
Im Anschluss an die Lohnfortzahlung zahlt die gesetzliche Krankenversicherung Krankengeld. Dieses beträgt in der Regel etwa 70 % des Bruttoeinkommens, jedoch höchstens 90 % des Nettoeinkommens. Somit entsteht bereits hier eine spürbare Einkommensminderung, die für viele Haushalte problematisch sein kann.
| Phase | Einkommensersatz |
| Erste 6 Wochen | 100 % Gehalt |
| Danach (GKV) | ca. 70 % brutto |
| Nach Ende Krankengeld | Keine Leistung |
Sobald das Krankengeld endet, entsteht ohne zusätzliche private Absicherung eine deutliche Einkommenslücke, die insbesondere für Familien, Kreditnehmer oder Personen mit hohen laufenden Verpflichtungen schnell zu erheblichen finanziellen Problemen führen kann.
Welche Rolle spielt die Arbeitsunfähigkeitsversicherung?
Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung greift genau an dem Punkt, an dem die gesetzlichen Leistungen nicht mehr ausreichen. Sie zahlt eine vertraglich vereinbarte monatliche Rente, sobald eine ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit vorliegt und die vereinbarte Karenzzeit abgelaufen ist.
Diese Zahlung kann für unterschiedliche Zwecke verwendet werden, unter anderem:
- Lebenshaltungskosten decken
- Miete oder Kreditraten bezahlen
- Laufende Verpflichtungen erfüllen
- Private Vorsorge sicherstellen
Durch diese Absicherung können Betroffene auch in Phasen längerer Krankheit finanziell stabil bleiben und sich vollständig auf die Genesung konzentrieren.
Für wen ist eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Angestellte
Angestellte genießen zunächst die Lohnfortzahlung, stehen jedoch nach sechs Wochen vor Einkommenseinbußen. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung bietet hier Stabilität und schützt vor finanziellen Engpässen, wenn die Krankheit länger andauert.
Selbstständige und Freiberufler
Selbstständige haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Schon eine kurze Erkrankung kann zu erheblichen finanziellen Problemen führen. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist daher für diese Berufsgruppen besonders relevant, da sie die Einkommenssicherung auch ohne staatliche Unterstützung gewährleistet.

Berufseinsteiger und junge Menschen
Junge Menschen verfügen oft noch nicht über finanzielle Rücklagen. Eine längere Erkrankung kann den Einstieg ins Berufsleben stark belasten. Eine frühzeitig abgeschlossene Arbeitsunfähigkeitsversicherung sichert das Einkommen und sorgt dafür, dass finanzielle Engpässe frühzeitig vermieden werden.
Welche Ursachen führen zur Arbeitsunfähigkeit?
Arbeitsunfähigkeit entsteht nicht nur durch Unfälle. Statistiken zeigen, dass Erkrankungen die häufigste Ursache sind.
| Ursache | Anteil |
| Psychische Erkrankungen | Hoch |
| Erkrankungen des Bewegungsapparates | Hoch |
| Herz-Kreislauf-Erkrankungen | Mittel |
| Unfälle | Geringer |
Diese Ursachen betreffen Menschen aller Altersgruppen und Berufsgruppen, sodass eine Absicherung für viele Lebenssituationen relevant ist.
Leistungen der Arbeitsunfähigkeitsversicherung
Monatliche AU-Rente
Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung zahlt eine fest vereinbarte monatliche Rente, deren Höhe individuell nach Einkommen und Bedarf festgelegt wird. Dadurch können Betroffene ihre laufenden Kosten decken, ohne auf finanzielle Unterstützung von außen angewiesen zu sein.
Leistungsdauer
Die Leistung wird solange erbracht, wie eine ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit vorliegt, jedoch maximal bis zur im Vertrag vereinbarten Dauer. Dadurch bleibt die Absicherung planbar und zuverlässig.

Nachweis der Arbeitsunfähigkeit
Grundlage für die Zahlung ist eine ärztliche Bescheinigung. In regelmäßigen Abständen kann eine erneute Bestätigung erforderlich sein, um sicherzustellen, dass die Arbeitsunfähigkeit weiterhin besteht.
Wann leistet eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung?
Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung zahlt dann, wenn eine ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit vorliegt und die im Versicherungsvertrag festgelegte Karenzzeit abgelaufen ist. Entscheidend ist nicht die Ursache der Erkrankung, sondern die Tatsache, dass die berufliche Tätigkeit vorübergehend nicht ausgeübt werden kann. Dies bedeutet, dass sowohl körperliche als auch psychische Erkrankungen, Unfälle oder andere gesundheitliche Einschränkungen den Anspruch auslösen können, solange ein ärztliches Attest vorliegt und die Person für die Arbeit krankgeschrieben ist.
Im praktischen Alltag heißt das: Wer von einem Arzt krankgeschrieben wird und seinen Beruf vorübergehend nicht ausüben darf, kann nach Ablauf der vereinbarten Wartezeit Anspruch auf die vereinbarte Leistung aus der Arbeitsunfähigkeitsversicherung erhalten. Dies gibt Betroffenen die Sicherheit, dass sie während einer Erkrankung finanzielle Unterstützung erhalten und laufende Kosten gedeckt werden können.
Karenzzeit und Leistungsbeginn
Die Karenzzeit bezeichnet den Zeitraum zwischen dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit und dem tatsächlichen Beginn der Rentenzahlung durch die Versicherung. Sie wird individuell vereinbart und hat direkten Einfluss auf die Höhe der monatlichen Beiträge. Je länger die Karenzzeit, desto niedriger fällt der Beitrag aus, da die Versicherung das Risiko über eine längere Zeit nicht abdecken muss.
| Karenzzeit | Typische Zielgruppe |
| 6 Wochen | Angestellte mit Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber |
| 3 Monate | Personen, die über finanzielle Rücklagen verfügen |
| 6 Monate | Selbstständige oder Freiberufler mit finanziellen Reserven |
Die Wahl der Karenzzeit sollte an die persönliche Situation angepasst werden, da eine kürzere Karenzzeit eine frühere Leistungsauszahlung ermöglicht, während eine längere Karenzzeit die Beiträge reduziert.
Wie hoch sollte die Absicherung sein?
Höhe der AU-Rente
Die monatliche Rente aus der Arbeitsunfähigkeitsversicherung sollte ausreichend hoch sein, um die laufenden Kosten während einer Arbeitsunfähigkeit zu decken. Dazu gehören unter anderem:
- Miete oder Finanzierung von Immobilien
- Lebenshaltungskosten wie Lebensmittel, Kleidung und Nebenkosten
- Versicherungsbeiträge für Haftpflicht, Hausrat oder weitere Absicherungen
- Private Verpflichtungen wie Kredite, Unterhaltszahlungen oder Sparraten
In der Praxis orientiert sich die Höhe der Rentenzahlung häufig am bisherigen Nettoeinkommen, sodass Betroffene den Lebensstandard weitgehend halten können.

Beitragsfaktoren im Überblick
Die Kosten für eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung hängen von mehreren Faktoren ab, die individuell berücksichtigt werden:
| Faktor | Einfluss auf den Beitrag |
| Eintrittsalter | Jüngere Versicherte zahlen in der Regel niedrigere Beiträge |
| Beruf | Körperlich anstrengende Tätigkeiten führen zu höheren Beiträgen |
| Gesundheitszustand | Vorbestehende Erkrankungen können den Beitrag erhöhen |
| Rentenhöhe | Höhere vereinbarte Leistungen führen zu höheren Beiträgen |
| Karenzzeit | Längere Wartezeit vor Leistungsbeginn senkt den Beitrag |
Ein frühzeitiger Abschluss der Versicherung wirkt sich in der Regel positiv auf die Beitragshöhe aus und ermöglicht eine langfristige Absicherung zu günstigen Konditionen.
Arbeitsunfähigkeitsversicherung vs. Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung wird häufig als Alternative oder Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung betrachtet. Beide Versicherungen verfolgen unterschiedliche Ziele und sprechen unterschiedliche Risiken ab.
| Kriterium | Arbeitsunfähigkeitsversicherung | Berufsunfähigkeitsversicherung |
| Leistungsauslöser | Vorübergehende Arbeitsunfähigkeit | Dauerhafte Einschränkung im Beruf |
| Ärztlicher Nachweis | Krankmeldung ausreichend | Umfangreiche medizinische Prüfung erforderlich |
| Leistungsbeginn | Frühzeitig nach Karenzzeit | Später, bei nachgewiesener Berufsunfähigkeit |
| Beitragsniveau | Geringer | Höher |
Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung bietet Schutz bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit, während die Berufsunfähigkeitsversicherung langfristige Risiken absichert.
In vielen Fällen ist es sinnvoll, beide Versicherungen zu kombinieren. Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung sichert die finanzielle Lücke, die entsteht, bevor eine mögliche Berufsunfähigkeit eintritt. So wird gewährleistet, dass Betroffene auch in den ersten Monaten oder Jahren einer Krankheit ein regelmäßiges Einkommen erhalten.
Typische Vertragsinhalte und Bedingungen
Gesundheitsprüfung
Beim Abschluss einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung müssen Versicherungsnehmer Gesundheitsfragen beantworten. Diese beziehen sich auf bestehende Erkrankungen, frühere Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und vorherige Krankschreibungen. Falsche oder unvollständige Angaben können im Leistungsfall zu Problemen führen oder eine Leistung verhindern.
Leistungsdauer und Nachweise
Die Versicherung zahlt, solange eine ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit besteht, jedoch maximal bis zur im Vertrag vereinbarten Höchstdauer. In regelmäßigen Abständen kann eine erneute ärztliche Bestätigung erforderlich sein, um die fortdauernde Arbeitsunfähigkeit nachzuweisen.

Ausschlüsse
Einige Ursachen der Arbeitsunfähigkeit können vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein, darunter:
- Bereits bekannte Erkrankungen vor Versicherungsbeginn
- Geplante medizinische Behandlungen
- Arbeitsunfähigkeit infolge vorsätzlicher Handlungen
Die genauen Ausschlüsse sind in den Versicherungsbedingungen festgelegt und sollten vor Abschluss sorgfältig geprüft werden.
Arbeitsunfähigkeitsversicherung für verschiedene Berufsgruppen
Angestellte
Angestellte erhalten zunächst Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Nach Ablauf dieser Phase entsteht häufig eine Einkommenslücke, die durch eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung geschlossen werden kann.
Selbstständige und Freiberufler
Selbstständige tragen das volle finanzielle Risiko im Krankheitsfall. Ohne laufendes Einkommen können schon kurze Erkrankungen zu erheblichen Problemen führen. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung sorgt hier für eine verlässliche finanzielle Absicherung.
Berufseinsteiger
Junge Menschen verfügen meist noch nicht über größere Rücklagen. Eine längere Krankheit kann den Berufseinstieg verzögern und finanzielle Belastungen verursachen. Ein frühzeitiger Abschluss der Versicherung schafft langfristige Stabilität und Sicherheit.
Wie lange zahlt die Arbeitsunfähigkeitsversicherung?
Die Zahlung erfolgt solange, wie eine ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit besteht und die vertraglich vereinbarte maximale Leistungsdauer nicht überschritten wird.
| Vertragliche Regelung | Bedeutung |
| Zeitlich begrenzt | Zahlung erfolgt bis zur im Vertrag festgelegten Maximaldauer |
| Übergang zur BU | Leistung endet automatisch bei Feststellung einer Berufsunfähigkeit |
| Regelmäßige Prüfung | Ärztliche Nachweise müssen in festgelegten Abständen vorgelegt werden |
In einigen Tarifen endet die Zahlung automatisch, sobald eine Berufsunfähigkeit festgestellt wird, wodurch ein Übergang zur langfristigen Absicherung gewährleistet ist.
Kosten der Arbeitsunfähigkeitsversicherung
Die Kosten einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung sind im Verhältnis zum abgesicherten Risiko in der Regel überschaubar. Bereits mit einem moderaten Monatsbeitrag lässt sich ein verlässliches Einkommen im Krankheitsfall absichern. Dies bedeutet, dass die Versicherung im Ernstfall die laufenden Kosten decken kann, ohne dass Betroffene sofort auf Rücklagen oder andere finanzielle Hilfen angewiesen sind. Durch die Planung der Beitragszahlungen können Versicherte ihre finanzielle Situation langfristig absichern und größere Belastungen vermeiden.
Wovon hängen die Beiträge ab?
Die Höhe des Beitrags wird individuell berechnet und richtet sich nach mehreren Faktoren, die das persönliche Risiko bestimmen:
- Eintrittsalter: Je jünger die Person beim Abschluss ist, desto niedriger ist der Beitrag, da das Risiko einer Arbeitsunfähigkeit statistisch geringer ist.
- Berufliche Tätigkeit: Körperlich belastende Tätigkeiten oder Berufe mit hohem Unfallrisiko führen zu höheren Beiträgen, während Bürotätigkeiten meist günstigere Beiträge haben.
- Gesundheitszustand: Vorerkrankungen oder bereits bestehende gesundheitliche Einschränkungen können die Beitragshöhe erhöhen.
- Höhe der vereinbarten AU-Rente: Je höher die monatliche Rente gewählt wird, desto höher fällt der Beitrag aus.
- Länge der Karenzzeit: Eine längere Karenzzeit senkt die monatlichen Beiträge, da die Versicherung erst nach einer längeren Zeit zahlt.
Je früher und gesünder eine Person die Versicherung abschließt, desto günstiger ist die langfristige Absicherung.

Beitragsbeispiele
| Alter | Beruf | AU-Rente | Karenzzeit | Monatlicher Beitrag |
| 30 | Büroangestellter | 1.500 € | 6 Wochen | ca. 20–30 € |
| 40 | Selbstständiger | 2.000 € | 3 Monate | ca. 35–50 € |
| 50 | Handwerker | 1.500 € | 6 Monate | ca. 55–75 € |
Die Werte dienen als Orientierung. Der tatsächliche Beitrag hängt vom individuellen Risikoprofil ab, wie zum Beispiel Gesundheitszustand, Beruf und gewünschter Rentenhöhe.
Arbeitsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige
Besondere Situation von Selbstständigen
Selbstständige haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung durch einen Arbeitgeber. Fällt ihre Arbeitskraft aus, bricht das Einkommen oft sofort weg, was schnell zu finanziellen Schwierigkeiten führen kann. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung bietet in diesem Fall eine regelmäßige finanzielle Absicherung, die es erlaubt, laufende Kosten zu decken und finanzielle Engpässe zu vermeiden.
Vorteile für Selbstständige
- Sicherung des laufenden Einkommens auch bei längeren Krankheitsphasen
- Schutz bei vorübergehenden Erkrankungen, ohne auf Rücklagen zurückgreifen zu müssen
- Planbare monatliche Unterstützung für laufende Verpflichtungen
- Ergänzung zu privaten Rücklagen und Sparkonten
Für Selbstständige mit schwankenden Einnahmen schafft die Versicherung finanzielle Stabilität und reduziert den Druck, die Arbeitsfähigkeit trotz Krankheit aufrechterhalten zu müssen.
Arbeitsunfähigkeitsversicherung und staatliche Leistungen
Gesetzliches Krankengeld im Vergleich
Das gesetzliche Krankengeld ist zeitlich begrenzt und deckt nur einen Teil des Einkommens ab, sodass ohne zusätzliche Absicherung eine Einkommenslücke entsteht.
| Leistung | Höhe | Dauer |
| Krankengeld (GKV) | ca. 70 % des Bruttogehalts | Max. 78 Wochen |
| Arbeitsunfähigkeitsversicherung | Vereinbarte Rente | Vertraglich geregelt |
Nach dem Ende des Krankengeldes besteht ohne private Vorsorge kein Anspruch auf weitere Zahlungen.
Übergang zur Berufsunfähigkeit
In manchen Fällen kann eine längere Arbeitsunfähigkeit in eine dauerhafte Berufseinschränkung übergehen. Viele Tarife sehen vor, dass die Leistung aus der Arbeitsunfähigkeitsversicherung endet, sobald eine Berufsunfähigkeit festgestellt wird, um den Übergang in eine langfristige Absicherung zu gewährleisten.
Häufige Fragen zur Arbeitsunfähigkeitsversicherung
Ab wann zahlt die Arbeitsunfähigkeitsversicherung?
Die Zahlung beginnt nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit, sofern eine ärztliche Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit vorliegt.
Wie lange wird gezahlt?
Die Leistung erfolgt, solange eine medizinisch bestätigte Arbeitsunfähigkeit besteht und die vertraglich festgelegte Leistungsdauer nicht überschritten wird.

Ist eine Krankschreibung ausreichend?
In der Regel ja. Versicherer können in festgelegten Abständen eine erneute ärztliche Bestätigung verlangen, um die fortdauernde Arbeitsunfähigkeit nachzuweisen.
Kann die Arbeitsunfähigkeitsversicherung gekündigt werden?
Die Kündigungsfristen richten sich nach den vertraglichen Regelungen. In vielen Fällen ist eine Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres möglich.
Gilt der Schutz auch bei psychischen Erkrankungen?
Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und sind bei vielen Tarifen mitversichert, sofern sie nicht vor Vertragsabschluss bekannt waren.
Fazit: Warum eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist
Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung schließt eine entscheidende Versorgungslücke im deutschen Sozialsystem. Sie sorgt dafür, dass Betroffene ein regelmäßiges Einkommen erhalten, wenn eine Krankheit die berufliche Tätigkeit vorübergehend unmöglich macht.
Für Angestellte, Selbstständige und Berufseinsteiger bietet die Versicherung finanzielle Sicherheit in einer Phase, in der laufende Kosten weiterhin bestehen. Wer frühzeitig vorsorgt und die Absicherung an die eigene Lebenssituation anpasst, schützt sich wirksam vor Einkommensverlusten und finanziellen Belastungen, die durch eine längere Krankheit entstehen können.
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