Eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen ist für viele Menschen die einzige realistische Möglichkeit, Hinterbliebene finanziell abzusichern. Besonders Personen mit Vorerkrankungen, früheren Behandlungen oder laufender Medikation stoßen bei klassischen Anträgen oft auf Ablehnung, Zuschläge oder Leistungsausschlüsse. Genau hier setzen spezielle Tarife an, die auf medizinische Fragen verzichten oder diese stark vereinfachen.
Dieser Ratgeber erklärt ausführlich, wie diese Versicherungsform funktioniert, für wen sie geeignet ist, welche Varianten existieren, welche Kosten entstehen können und worauf bei der Auswahl zu achten ist.
Was ist eine Risikolebensversicherung?
Eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen bietet Hinterbliebenen im Todesfall der versicherten Person eine vertraglich vereinbarte Auszahlung. Diese Versicherung dient nicht der Geldanlage, sondern der finanziellen Entlastung von Angehörigen oder Geschäftspartnern in einer emotional schwierigen Phase. Mit dem Abschluss wird festgelegt, welche Personen im Ernstfall eine Zahlung erhalten und in welcher Höhe diese erfolgt.
Im Vordergrund steht die Absicherung wirtschaftlicher Verpflichtungen, die nach dem Tod weiterlaufen würden, etwa Miet- oder Kreditraten, Kinderbetreuung, Ausbildungskosten oder laufende Lebenshaltungsausgaben. Eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen ermöglicht es Personen, die Probleme mit klassischen Gesundheitsprüfungen haben, dennoch eine Absicherung zu erhalten und Angehörige nicht mit den finanziellen Folgen allein zu lassen.

Typische Einsatzbereiche sind:
- Schutz von Partnern, Kindern und anderen nahestehenden Angehörigen
- Absicherung von Immobilienfinanzierungen oder laufenden Krediten
- Absicherung geschäftlicher Partnerschaften
- Deckung laufender Ausgaben, die ohne das Einkommen der versicherten Person schwer tragbar wären
Der Versicherungsschutz läuft über einen fest vereinbarten Zeitraum. Endet die Vertragsdauer und tritt innerhalb dieser Zeit kein Todesfall ein, erfolgt keine Auszahlung. Es gibt also keine Rückzahlung oder Ansparfunktion. Daher wird eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen meist mit dem Ziel abgeschlossen, eine konkrete Verantwortung abzusichern – etwa die Dauer eines Darlehens oder den Zeitraum bis zum wirtschaftlichen Selbststand der Kinder.
Welche Gesundheitsbereiche bei der Risikoprüfung abgefragt werden
Wer eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen sucht, möchte nicht mit langen Angaben zu Krankheiten konfrontiert werden. Bei klassischen Tarifen mit Gesundheitsprüfung werden jedoch in der Regel Fragen zu verschiedenen medizinischen Bereichen gestellt. Diese Fragen orientieren sich am Gesundheitszustand der letzten Jahre und dienen dazu, mögliche Risiken einzuschätzen.
Typische Themenbereiche, zu denen Auskünfte verlangt werden, sind unter anderem:
- Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, HIV oder Malaria
- Tumor- und Krebserkrankungen
- Erkrankungen der Atemwege, etwa Asthma oder chronische Bronchitis
- Verdauungstrakt, beispielsweise Magen- oder Darmerkrankungen
- Herz- und Kreislaufsystem, darunter Bluthochdruck oder Herzinfarkt
- Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Schilddrüsenprobleme
- Gelenk- und Knochenkrankheiten wie Arthritis oder Rheuma
- Harn- und Geschlechtsorgane, z. B. Nieren- oder Blasenerkrankungen
- Blutkrankheiten
- Erkrankungen des Nervensystems oder der Psyche
- frühere Krankenhausaufenthalte
Wer solche Angaben nicht machen möchte oder aus Sorge vor Ablehnung eine Alternative sucht, prüft häufig eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen.

Welche Vorerkrankungen nicht angegeben werden müssen
Viele Interessenten fragen sich, ob harmlose Beschwerden oder bereits ausgeheilte Erkrankungen zur Ablehnung führen können. Bei einer Risikolebensversicherung mit Gesundheitsprüfung spielen manche Vorerkrankungen eine nur geringe Rolle und müssen nicht zwingend benannt werden, da sie das Risiko kaum erhöhen.
Beispiele für Vorerkrankungen, die meist nicht meldepflichtig sind:
- überstandene Erkältungsinfekte
- abgeheilte Magen-Darm-Erkrankungen
- leichte Knie- oder Gelenkbeschwerden
- Hörstörungen ohne bleibende Schäden
- ausgeheilte Sportverletzungen
- harmlose Sonnenallergien
- Lebensmittelunverträglichkeiten ohne schwerwiegende Folgen
Wer hingegen keinerlei Angaben machen möchte oder bereits stärkere gesundheitliche Einschränkungen hat, prüft oft eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen, da Verträge dieser Art ohne detaillierte Risikoprüfung abgeschlossen werden können.

Beispiele für Vorerkrankungen und Hobbys
Bei der Risikoprüfung beurteilen Versicherer Erkrankungen, Berufe und Freizeitaktivitäten in unterschiedlichen Kategorien. Die folgende Übersicht zeigt typische Einstufungen – unabhängig davon, ob ein klassischer Tarif oder eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen geprüft wird.
Meist gut versicherbar
Bestimmte gesundheitliche Vorgeschichten gelten als wenig problematisch. Dazu zählen etwa:
- überstandene Virusinfekte
- Magenbeschwerden wie eine ausgeheilte Gastritis
- abgeheilte Blasenentzündung
In solchen Fällen ist Versicherungsschutz oft ohne besondere Auflagen möglich. Das gilt in der Regel auch, wenn jemand in der Freizeit gelegentlich Bergtouren unternimmt.
Versichert mit Einschränkungen
Bei einigen Diagnosen ist Versicherungsschutz zwar möglich, aber an Bedingungen geknüpft. Beispiele:
- Bluthochdruck
- Asthma in mittlerer Ausprägung
- leichte bis mittelgradige Depression
Hier kann der Versicherer einen Beitragszuschlag verlangen oder bestimmte Erkrankungen vom Schutz ausschließen. Trotz dieser Einschränkungen ist die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen oft weiterhin gegeben.

Risiken ohne Versicherungsschutz
Es gibt Vorerkrankungen und Hobbys, bei denen ein Vertrag häufig nicht zustande kommt. Dazu zählen etwa:
- schwere Tumorerkrankungen, etwa Kehlkopfkrebs
- chronisches Nierenversagen
- Lungenembolie mit bleibenden Schäden
- extrem riskante Sportarten wie Base-Jumping
In solchen Konstellationen wird klassischer Schutz meist abgelehnt. Wer Angehörige trotzdem absichern möchte, sucht häufig nach Alternativen wie einer risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen oder nach speziellen Angeboten mit niedrigeren Summen und Wartezeiten.
Alternativen zur Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen
Nicht jeder erhält eine Risikolebensversicherung. Häufig scheitert der Abschluss am hohen Eintrittsalter oder an bestehenden Erkrankungen. Um Hinterbliebene im Todesfall dennoch finanziell zu schützen, können verschiedene Alternativen gewählt werden – insbesondere dann, wenn eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen gewünscht ist, diese aber nicht zur Verfügung steht oder nur eingeschränkt angeboten wird.
Sterbegeldversicherung
Die Sterbegeldversicherung dient dazu, die Kosten der Bestattung zu decken. Ohne Vorsorge müssen Angehörige die Ausgaben privat tragen. In Deutschland liegen die typischen Kosten für eine Beerdigung oft im Bereich von rund 6.000 bis 8.000 Euro. Einige Versicherer bieten auch Summen von bis zu 10.000 Euro oder mehr an.
Viele Anbieter von Sterbegeldversicherungen führen – wie bei klassischen Lebensversicherungen – Gesundheitsfragen durch. Je nach Ergebnis kann der Vertrag abgelehnt oder die Beitragshöhe angepasst werden. Daneben existieren Modelle, die auf Gesundheitsfragen verzichten und damit eine Alternative darstellen, wenn eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen nicht möglich ist.
Bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung gilt jedoch häufig eine Wartezeit. Erst nach Ablauf dieser Wartezeit besteht der vollständige Anspruch. Für Personen mit Vorerkrankungen oder hohem Eintrittsalter kann dies trotzdem die realistischste Lösung sein. Häufig fallen die Beiträge höher aus als bei Tarifen mit Gesundheitsprüfung.
Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsfragen
Eine Kapitallebensversicherung kombiniert eine Todesfallabsicherung mit dem Aufbau von Kapital. Im Todesfall fließt der festgelegte Betrag an die Hinterbliebenen. Wird der Vertrag zu Lebzeiten beendet oder erreicht das Endalter, erhält der Versicherte das angesparte Kapital inklusive eventueller Überschüsse.
Die Höhe der Einzahlungen kann meist an die eigenen finanziellen Möglichkeiten angepasst werden. Je höher die Versicherungssumme gewählt wird, desto höher fällt der Beitrag aus. Ein Teil des Beitrags dient der Absicherung, der restliche fließt in die Kapitalbildung. Am Ende der Vertragslaufzeit werden beide Komponenten ausgezahlt.

Wegen der dauerhaft niedrigen Zinsen lohnt sich die Kapitalbildung häufig weniger als noch vor einigen Jahren. Viele Gesellschaften bieten diese Form der Absicherung daher nur eingeschränkt an oder mit niedrigem Garantiezins.
In der Regel verlangen Versicherer bei dieser Form der Lebensversicherung ebenfalls Angaben zur Gesundheit. Es gibt jedoch Angebote, die solche Angaben nicht voraussetzen. Dabei handelt es sich oft um fondsgebundene Tarife oder Varianten mit begrenztem Schutzumfang. Ohne Gesundheitsprüfung bestehen meist Einschränkungen wie:
- geringere Versicherungssummen
- Altersbegrenzungen beim Einstieg
- Wartezeiten zwischen einem und fünf Jahren
Solche Tarife sind für Personen interessant, die eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen gesucht haben, aber weder Gesundheitsangaben machen noch auf eine gewisse Kapitalbildung verzichten möchten.
Berufsunfähigkeitsversicherung als Ergänzung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzt die Risikolebensversicherung nicht. Für Hinterbliebene entsteht kein Anspruch im Todesfall des Versicherten, weshalb sie keine echte Alternative darstellt. Dennoch kann diese Versicherung sinnvoll sein – vor allem für Erwerbstätige, die im Fall von Krankheit oder Unfall ihren Beruf nicht mehr ausüben können.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, sobald der Versicherte seinen Beruf aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht mehr in angemessener Weise ausüben kann. Diese Zahlung schützt die Familie vor Einkommenseinbußen.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird meist nicht ohne Gesundheitsfragen abgeschlossen. Die Prüfung orientiert sich daran, ob ein Risiko für langanhaltende Erwerbseinschränkungen besteht. Die Leistung erfolgt, wenn der Versicherte zu mindestens 50 Prozent nicht mehr berufsfähig ist – unabhängig von der Ursache, solange kein Vorsatz vorliegt.
Wer eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht erhält, kann durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung zumindest die finanzielle Stabilität im Krankheitsfall sichern. Für Hinterbliebene ist sie jedoch kein Ersatz.
FAQ – Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen
Wer kann eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen abschließen?
Grundsätzlich richtet sich diese Variante an Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen oder erhöhtem Risiko keinen klassischen Vertrag erhalten würden. Auch Personen im höheren Lebensalter profitieren von solchen Angeboten.
Gibt es Einschränkungen bei der Versicherungssumme?
Ja, häufig sind die Versicherungssummen niedriger als bei Tarifen mit Gesundheitsprüfung. Der Versicherer kalkuliert das höhere Risiko durch Begrenzungen oder Wartezeiten.
Gibt es Wartezeiten?
Viele Anbieter sehen Wartezeiten vor. Während dieser Zeit besteht kein oder nur eingeschränkter Schutz. Erst nach Ablauf der Wartezeit tritt der volle Leistungsumfang ein.
Wann zahlt die Versicherung im Todesfall?
Die Auszahlung erfolgt, wenn der Todesfall während der Vertragslaufzeit eintritt und keine Ausschlüsse greifen. Bei Wartezeiten hängt der Leistungsbeginn vom vereinbarten Zeitpunkt ab.

Muss ich Vorerkrankungen melden?
Das hängt vom Tarif ab. Bei echten Modellen ohne Gesundheitsfragen ist keine Meldung erforderlich. Es existieren aber auch Tarife, die zwar auf ausführliche Gesundheitsfragen verzichten, trotzdem einzelne Angaben verlangen.
Kann der Vertrag abgelehnt werden?
Auch ohne Gesundheitsfragen kann eine Ablehnung erfolgen, etwa bei sehr hohem Eintrittsalter oder ungewöhnlich hoher Versicherungssumme.
Für wen lohnt sich eine solche Variante?
Vor allem für Personen, die trotz gesundheitlicher Einschränkungen Vorsorge für ihre Angehörigen treffen möchten oder keine Möglichkeit haben, einen Tarif mit Gesundheitsprüfung abzuschließen.
Wie unterscheiden sich die Beiträge?
Die Beiträge sind oft höher, da der Versicherer das Risiko ohne Prüfung einschätzt. Die Beitragshöhe richtet sich nach Alter, Versicherungssumme und Vertragsdauer.
Fazit: Sicherheit auch ohne medizinische Prüfung
Eine risikolebensversicherung ohne gesundheitsfragen ist kein Ersatz für alle klassischen Tarife, aber sie bietet eine wertvolle Lösung für Menschen, die sonst keinen Zugang zu einer Absicherung hätten.
Trotz höherer Beiträge und bestimmter Einschränkungen ermöglicht sie:
- finanzielle Verantwortung
- Schutz für Angehörige
- Absicherung von Verpflichtungen
Wer sich frühzeitig informiert, Tarife sorgfältig vergleicht und die Vertragsbedingungen genau prüft, kann auch ohne Gesundheitsprüfung eine verlässliche Absicherung aufbauen.
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