Ein Eigenheim zu bauen zählt zu den größten Investitionen im Leben vieler Menschen. Besonders in der Phase, in der nur das Gerüst und die grundlegenden Strukturen stehen – der sogenannte Rohbau – besteht ein erhöhtes Risiko für Schäden durch Feuer, Sturm, Blitzschlag oder andere unvorhergesehene Ereignisse. In dieser sensiblen Bauphase greift die Feuerrohbauversicherung, eine Spezialform der Bauversicherung, die Bauherren vor erheblichen finanziellen Belastungen schützt.
In diesem umfassenden Ratgeber erklären wir Ihnen, was eine Feuerrohbauversicherung ist, welche Leistungen sie bietet, welche Risiken abgedeckt werden, wie sich die Beiträge berechnen und worauf Bauherren bei der Auswahl achten sollten.
Was versteht man unter einer Feuerrohbauversicherung?
Die Feuerrohbauversicherung ist eine zeitlich begrenzte Absicherung, die speziell für Gebäude im Rohbau vorgesehen ist. Sie richtet sich an Bauherren und Eigentümer, deren Immobilie sich noch in einer frühen Bauphase befindet und daher noch keinen vollständigen Versicherungsschutz über klassische Gebäudeversicherungen hat.
Versichert sind in erster Linie Schäden, die durch Brand, Blitzschlag oder Explosion am Rohbau entstehen. Dazu zählen beispielsweise Schäden an tragenden Bauteilen, Mauerwerk, Decken oder bereits eingebauten Elementen, sofern diese zum Rohbau gehören. Da in dieser Phase häufig Baumaterialien offen zugänglich sind und elektrische Anlagen teilweise schon installiert wurden, besteht ein erhöhtes Gefahrenpotenzial.

Der Versicherungsschutz beginnt in der Regel mit dem Start der Rohbauarbeiten und endet zu einem vertraglich festgelegten Zeitpunkt. Dieser kann etwa mit der Fertigstellung des Rohbaus, dem geschlossenen Dach oder dem Übergang in eine reguläre Wohngebäudeversicherung zusammenfallen. In vielen Fällen ist die Feuerrohbauversicherung sogar beitragsfrei, wenn im Anschluss eine Wohngebäudeversicherung beim selben Anbieter abgeschlossen wird.
Gerade weil während der Bauzeit weder eine klassische Wohngebäudeversicherung noch andere Standardpolicen greifen, stellt die Feuerrohbauversicherung eine zentrale Absicherung für diese sensible Phase dar.
Weshalb spielt die Feuerrohbauversicherung eine zentrale Rolle beim Hausbau?
Während der Rohbauphase ist ein Gebäude besonders anfällig für Schäden. Wichtige Schutzmechanismen wie Fenster, Türen oder eine vollständige Dacheindeckung fehlen oft noch. Dadurch können Brände oder andere feuerbedingte Ereignisse deutlich größere Auswirkungen haben als bei einem fertiggestellten Haus.
Kommt es in dieser Phase zu einem Schaden, sind die finanziellen Folgen häufig erheblich. Neben den Kosten für den Wiederaufbau können auch Verzögerungen im Bauablauf entstehen, die wiederum zusätzliche Ausgaben nach sich ziehen. Dazu zählen etwa verlängerte Mietkosten, Vertragsstrafen oder neue Sicherungsmaßnahmen auf der Baustelle.

Ohne eine Feuerrohbauversicherung trägt der Bauherr diese Risiken allein. Ein größerer Schaden kann das gesamte Bauvorhaben gefährden oder im schlimmsten Fall zu einem Baustopp führen. Die Versicherung sorgt dafür, dass solche unvorhergesehenen Ereignisse nicht zu einer existenziellen Belastung werden.
Durch den Schutz der Feuerrohbauversicherung bleibt die finanzielle Planung stabil, selbst wenn es während der Bauphase zu einem Schaden kommt. Sie trägt somit wesentlich dazu bei, den Baufortschritt abzusichern und das Projekt bis zur Fertigstellung planmäßig fortzuführen.
Welche Risiken deckt die Feuerrohbauversicherung ab?
Die Feuerrohbauversicherung kommt ausschließlich bei Schäden zum Einsatz, deren Ursache auf ein Feuerereignis zurückzuführen ist. Der Versicherungsschutz bezieht sich dabei auf typische Gefahren, die während der Rohbauphase auftreten können und ein erhebliches Schadenspotenzial mit sich bringen.
Zu den versicherten Schadenursachen zählen unter anderem:
- Schäden durch offene Flammen oder Schwelbrände
- Auswirkungen eines Blitzschlags auf das Bauwerk
- Zerstörungen infolge einer Explosion
- Beschädigungen durch den Aufprall von Flugobjekten
- Folgeschäden durch Rauchentwicklung, Rußablagerungen oder eingesetztes Löschwasser
Die Feuerrohbauversicherung deckt nicht nur den unmittelbar entstandenen Schaden ab, sondern berücksichtigt auch daraus resultierende Folgekosten. Wird etwa ein Bauteil durch einen Brand beschädigt und kommt es im Zuge der Löscharbeiten zu weiteren Beeinträchtigungen, sind diese ebenfalls Teil des Leistungsumfangs.
Versichert ist in der Regel der komplette Rohbauzustand des Gebäudes. Dazu gehören tragende Konstruktionen, fest verbaute Bauelemente sowie üblicherweise auch auf der Baustelle gelagerte Baumaterialien. Voraussetzung ist, dass diese Materialien eindeutig dem Bauvorhaben zugeordnet sind.
Die Kostenübernahme erfolgt bis zur im Vertrag festgelegten Versicherungssumme. Je nach Schadenslage können folgende Leistungen eingeschlossen sein:
- Aufräumarbeiten sowie notwendige Abbruchmaßnahmen
- Beseitigung von Schäden durch Löschwasser
- Maßnahmen zur Sicherung des Bauwerks nach dem Schaden
- Instandsetzung oder Sanierung betroffener Bauteile
- Wiederherstellung des Rohbaus oder Ersatz beschädigter Materialien zum Neuwert
Durch diesen Leistungsrahmen sorgt die Feuerrohbauversicherung dafür, dass ein Bauvorhaben auch nach einem schweren Schaden fortgeführt werden kann, ohne dass der Bauherr die finanziellen Folgen allein tragen muss.

In welchen Fällen besteht kein Versicherungsschutz?
Die Feuerrohbauversicherung leistet ausschließlich bei feuerbedingten Schäden während der Rohbauphase. Schäden, die durch andere Ursachen entstehen, fallen nicht in den Leistungsbereich dieser Absicherung.
Nicht versichert sind unter anderem:
- Schäden infolge von Sturmereignissen
- Beeinträchtigungen durch Leitungswasser
- Zerstörungen durch Hagel
- Weitere wasserbedingte Schäden
Diese Risiken werden erst dann berücksichtigt, wenn der Versicherungsschutz nach Abschluss der Bauphase in eine Wohngebäudeversicherung übergeht. Während der Rohbauzeit bleibt der Schutz daher klar auf Feuergefahren begrenzt.
Kommt es zu einem Schaden, der auf grob sorgfaltswidriges Verhalten oder absichtliches Handeln zurückzuführen ist, kann der Versicherer die Entschädigung reduzieren oder vollständig ablehnen. Abhängig vom gewählten Tarif besteht jedoch die Möglichkeit, bestimmte Risiken wie grobe Fahrlässigkeit oder vorsätzlich herbeigeführte Brandereignisse in den Vertrag einzuschließen.

Absicherung gegen Elementargefahren nach Fertigstellung
Nach dem Abschluss der Bauarbeiten lässt sich der Versicherungsschutz erweitern, um sogenannte Elementargefahren abzudecken. Dazu zählen unter anderem:
- Überschwemmungen
- Erdbeben
- Schäden durch Schneelast
- Lawinenereignisse
Insbesondere bei Gebäuden in risikobehafteten Regionen, etwa in der Nähe von Flüssen oder in Gebieten mit erhöhter Hochwassergefahr, kann eine solche Erweiterung sinnvoll sein. Die Einbindung von Elementarschäden erfolgt in der Regel gegen einen Beitragszuschlag und ist Bestandteil der weiterführenden Absicherung nach der Rohbauphase.
Auf diese Weise ergänzt die Feuerrohbauversicherung den späteren Versicherungsschutz und bildet die Grundlage für eine durchgängige Absicherung des Bauprojekts.
Welche Schäden sind durch die Feuerrohbauversicherung abgedeckt?
Die Feuerrohbauversicherung schützt den Rohbau eines Gebäudes während der Bauphase und ist eng mit der späteren Wohngebäudeversicherung verbunden. Sie bietet finanziellen Schutz gegen bestimmte Schäden, die bereits entstehen können, bevor das Haus fertiggestellt ist.
Zu den typischen versicherten Schadenarten zählen:
- Schäden durch Feuer, etwa infolge eines Brandes auf der Baustelle
- Schäden durch Sturm und Hagel, die an Mauern, Decken oder anderen Bauteilen auftreten können
- Schäden durch Blitzschlag, die sowohl die Bausubstanz als auch erste technische Installationen betreffen können
Weitere Naturereignisse oder umweltbedingte Gefahren können je nach Vertrag ebenfalls eingeschlossen sein. Ob diese Risiken automatisch Bestandteil des Versicherungsschutzes sind oder separat vereinbart werden müssen, hängt von den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab.
Der Versicherungsschutz beginnt in der Regel sehr früh und greift bereits während der Bauphase. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Feuerrohbauversicherung rechtzeitig vor oder spätestens mit dem Start der Bauarbeiten abzuschließen.
Der Schutz gegen Sturm- und Hagelschäden entfaltet seine Wirkung meist ab dem Zeitpunkt, an dem das Gebäude weitgehend geschlossen ist. Dazu zählen insbesondere ein fertiggestelltes Dach sowie eingebaute Fenster und Außentüren. Ab diesem Baufortschritt ist der Rohbau stärker äußeren Witterungseinflüssen ausgesetzt, weshalb der Versicherungsschutz hier eine wichtige Rolle spielt.

Wann endet die Feuerrohbauversicherung?
Die Feuerrohbauversicherung gilt ausschließlich für die Bauphase des Gebäudes. Ihr Schutz endet in dem Moment, in dem das Haus fertiggestellt ist und als bezugsbereit gilt. Ab diesem Zeitpunkt liegt kein Rohbau mehr vor, sodass die Absicherung für den unfertigen Bau automatisch ausläuft.
In vielen Fällen ist die Feuerrohbauversicherung Bestandteil einer späteren Wohngebäudeversicherung. Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgt der Übergang in den regulären Versicherungsschutz für das fertige Gebäude. Dadurch bleibt der Versicherungsschutz erhalten, jedoch unter veränderten Vertragsbedingungen.
Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Wohngebäudeversicherung frühzeitig abzuschließen. So kann die feuerbezogene Absicherung für den Rohbau häufig ohne separate Kosten integriert werden und besteht bereits ab Baubeginn. Auf diese Weise ist das Bauvorhaben von Anfang an gegen Feuerschäden abgesichert, bis das Gebäude vollständig fertiggestellt ist.
Weitere Versicherungen rund um den Hausbau
Die Feuerrohbauversicherung deckt während der Bauphase ausschließlich Schäden durch Feuerereignisse ab. Bauherren sind jedoch schon während der Errichtung eines Hauses mit weiteren Gefahren konfrontiert, die über Brandrisiken hinausgehen. Aus diesem Grund bieten viele Versicherer spezielle Versicherungslösungen für Bauvorhaben an, die verschiedene Risiken absichern können. Neben der Feuerrohbauversicherung kommen insbesondere folgende Versicherungsarten infrage:
Bauherrenhaftpflichtversicherung
Während der Bauzeit trägt der Bauherr eine weitreichende Verantwortung für das Grundstück und die Baustelle. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt vor finanziellen Forderungen Dritter, wenn Personen verletzt oder fremde Sachen beschädigt werden. Solche Schäden können durch herabfallende Bauteile, umstürzende Gerüste oder ungesicherte Baustellenbereiche entstehen.

Selbst wenn Handwerksfirmen oder externe Dienstleister beteiligt sind, kann der Grundstückseigentümer in Anspruch genommen werden. Ein Beispiel wäre ein umfallender Bauzaun, der ein benachbartes Fahrzeug beschädigt, oder ein Passant, der sich auf der Baustelle verletzt. Ohne passenden Schutz können hohe Schadenersatzforderungen entstehen. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung übernimmt in solchen Fällen berechtigte Ansprüche und wehrt unbegründete Forderungen ab. In Kombination mit einer Feuerrohbauversicherung ergibt sich damit ein sinnvoller Basisschutz für die Bauphase.
Bauleistungsversicherung
Eine Bauleistungsversicherung sichert das Bauvorhaben gegen unvorhersehbare Schäden während der Ausführung der Arbeiten ab. Dazu zählen etwa Zerstörungen durch Sturm, Hochwasser, Erdrutsch oder Vandalismus auf der Baustelle. Auch Schäden, die durch Fahrlässigkeit von Bauarbeitern oder Handwerksbetrieben entstehen, können je nach Vertrag eingeschlossen sein.
Der Schutz erstreckt sich in der Regel auf sämtliche Bauleistungen, Baustoffe und fest verbaute Teile. Schäden durch Brandereignisse sind dabei häufig ausgeschlossen, da hierfür die Feuerrohbauversicherung zuständig ist. Manche Versicherer erlauben jedoch, den Feuerschutz für den Rohbau als kostenpflichtige Ergänzung in die Bauleistungsversicherung einzubinden. Dadurch kann der Versicherungsschutz an die individuellen Anforderungen des Bauprojekts angepasst werden.
Häufige Fragen zur Feuerrohbauversicherung
Wann sollte eine Feuerrohbauversicherung abgeschlossen werden?
Eine Feuerrohbauversicherung sollte möglichst zu Beginn des Bauvorhabens bestehen. Der Schutz setzt in der Regel mit dem Start der Bauarbeiten ein und sichert den Rohbau während der Bauphase gegen bestimmte Schäden ab.
Wie lange gilt die Feuerrohbauversicherung?
Der Versicherungsschutz besteht üblicherweise für die Dauer der Rohbauphase. Bei vielen Anbietern endet er mit der Fertigstellung des Rohbaus oder mit dem Übergang in eine reguläre Wohngebäudeversicherung. Häufig ist ein Zeitraum von bis zu 24 Monaten vorgesehen.
Welche Schäden deckt die Feuerrohbauversicherung ab?
Die Feuerrohbauversicherung schützt den Rohbau vor Schäden durch Brand, Blitzschlag Explosion. Je nach Vertrag können weitere Risiken eingeschlossen sein, die während der Bauzeit auftreten können.

Ist die Feuerrohbauversicherung kostenpflichtig?
In vielen Fällen ist die Feuerrohbauversicherung beitragsfrei, wenn sie in Verbindung mit einer späteren Wohngebäudeversicherung abgeschlossen wird. Die genauen Konditionen hängen vom jeweiligen Versicherer ab.
Kann die Feuerrohbauversicherung einzeln abgeschlossen werden?
Oft ist die Feuerrohbauversicherung Bestandteil eines größeren Versicherungskonzepts und wird zusammen mit einer Wohngebäudeversicherung vereinbart. Ein separater Abschluss ist nicht bei allen Anbietern möglich.
Was passiert nach Abschluss der Bauarbeiten?
Nach Fertigstellung des Gebäudes geht der Versicherungsschutz in der Regel in eine Wohngebäudeversicherung über. Ab diesem Zeitpunkt gelten die dort vereinbarten Leistungen und Bedingungen.
Gilt die Feuerrohbauversicherung auch bei Bauverzögerungen?
Kommt es zu Verzögerungen während der Bauphase, sollte geprüft werden, ob der vereinbarte Versicherungszeitraum ausreicht. In manchen Fällen kann eine Verlängerung des Schutzes erforderlich sein.
Fazit – Feuerrohbauversicherung schützt vor hohen Kosten
Eine Feuerrohbauversicherung ist ein wichtiger Bestandteil der Bauabsicherung. Sie schützt vor erheblichen finanziellen Belastungen durch Schäden am Rohbau, die andernfalls vollständig vom Bauherrn getragen werden müssten.
Gerade bei größeren oder länger dauernden Projekten empfiehlt sich ein frühzeitiger Abschluss, damit keine Lücke im Versicherungsschutz entsteht. Vergleichen Sie Angebote und prüfen Sie, welche Leistungen für Ihr Bauvorhaben relevant sind.
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